Dienstag, 04. September 2012, 17:40 Uhr

"Expendables 2": Welke Muskelberge treffen auf saudumme Sprüche

“The Expendables 2” krachte letzte Woche in die Kinos. Yeah! Kritik muss ja nicht immer bedeuten einen Film komplett zu zerpflücken, oder ihn in den Himmel zu heben. So gibt’s mal keine eben solche, sondern “nur” einen Tipp am Rande: Sparen Sie sich bei diesem Streifen von und auch mit Sylvester Stallone die Sinnsuche, genießen Sie das Staraufgebot, bestaunen Sie leicht welke Muskelanhäufungen, lassen Sie es einfach nur krachen und beölen Sie sich über die saudummen Sprüche der Film-Heroen.

Mit “Expendables” rief Sylvester Stallone vor gut zwei Jahren alle Knallgrößen des Actionkinos der 80’er Jahre zusammen. Auch in “Expendables 2” sind sie wieder dabei, und der eine oder andere darf diesmal etwas mehr sagen als im ersten Teil. Aber ehrlich gesagt: eigentlich ist es Wurscht.

Der kalte Krieg ist erfroren, der Russe kein Feindbild mehr. Hm, was nun? Warum Stallone, der auch diesmal wieder mit als Drehbuchautor dabei war, Albanien zum Herd der Untaten auserkoren hat erschließt sich einem nicht. Selbst das ist egal und auch nicht tragisch, denn jede andere Alternative wäre auch nicht besser. Trockenen Humor gibt es allemal, zitieren sich doch die alten Haudegen gegenseitig und selbst aus ihren Kassenschlagern. Halten Sie also Ihren Popcorneimer fest und die Cola vom Nachbran fern.

Wer sind die alten Haudegen? Allen voran Sylvester Stallone (66), Bruce Willis (57), Dolph Lundgren (55), Arnold Schwarzenegger (65), Yet Li (49), Jean-Claude Van Damme (51), Chuck Norris (72) und Jason Statham (44), um nur die ganz Großen zu nennen.

So sehr man eventuell möchte, man kann den Film nicht mies machen. Ganz einfach deshalb nicht, weil er keine zu betrachtende oder wirklich nennenswerte Handlung hat. Und man kann sich sicher sein, dass dies so beabsichtigt war. Dieser Film ist eine Hommage an die testosterongeladenen Haudrauf- und Schießmichtot -elden ihrer Zeit. Wunderbares Götzenkino.

Schnell noch was zum Inhalt (haha): Eine Truppe Söldner gerät in einen Hinterhalt. Die gerade gesicherten 5 kg Plutonium werden ihnen stibitzt und obendrein einer ihrer Kameraden vor ihren Augen getötet. Wie fies. Das geht ja gar nicht, das brüllt nach Rache und die folgt prompt.

Der große Rest des Filmes stellt sich wie folgt dar: Krach, bum, peng, baller baller, knall, zisch, slurp, disch, knochensplitter, blaues Auge, Zahn raus, tot umfall, kaputt, explosion, noch mal explosion, schrei, beiß, zerstör, hinterher renn, Hirn weg pust, Messer in die Rippen, Prost, hau noch mal drauf, mach ihn fertig, Rambo, kreisch, aua, uff, blöd guck, Glas splitter, Reifen quietsch, Terminator, dingdong, komm her, auf die Schnauze, doing, kratz, Magazin leer, in den Magen dresch, kawumm, Granate, Böse killen, ganz Bösen verhau und umbring… Alle zusammen nachhause flieg, warten auf nächste Keilerei – “Expendables 3”.

Ende gut, alles gut, gar nichts gut… Ihr Paul Hille

Fotos: 20th Century Fox