Dienstag, 04. September 2012, 20:12 Uhr

Jetzt kommt der schräge DJ Vadim mit seinem Album “Don’t Be Scared”

Mr. Eclectic Electric, Mr. Internationalist (über 2500 Gigs in 69 Ländern), Remixer & DJ (Electric Freddy), der John Coltrane der elektronischen Musik, der für den Grammy nominierte, mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnete DJ und Produzent “Daddy Vad” aka DJ Vadim hat sein sechstes Soloalbum vorgelegt.

Der Titel des im Oktober beim britischen Label BBE erscheinenden Albums “Don’t Be Scared” ist ein Aufruf, sich nicht von der Furcht vor Veränderungen unterkriegen zu lassen.

Speziell in diesen Zeiten der extremen Umbrüche, der Krisen, der in Protest- und Occupy Bewegungen ausgedrückten weltweiten Unzufriedenheit, aber auch der sich in den letzten paar Jahren stark wandelnden Musikindustrie, bedarf es als Mensch im Allgemeinen und Künstler im Besonderen einiger Stärke, um nicht in Furcht vor dem Unbekannten zu erstarren.

DJ Vadims “Don’t Be Scared” ist ein Album über Veränderung, über Fortschritt, über das Zurückschneiden alten Gehölzes um frisches, neues Grün wachsen zu lassen. Alte Pfade werden neu beschritten, Themen und Muster wieder aufgegriffen und mit einem Auge auf die Zukunft werden die Karten neu gemischt.

Von der Geisteshaltung her dem Hip Hop verpflichtet, vom Sound her elektronisch, vom Gefühl her äußerst soulful und mit geradezu hypnotischen Untertönen aus aller Welt, ist das Album des Russen tief in der Basskultur verwurzelt. Es lassen sich abstrakte, düstere Sounds voriger Alben wie U.S.S.R. Repertoire (1996) wiederfinden, aber auch schräge Dancehall Basslines, die in einem Bollywood Filmset auf traditionelle afrikanische Rhytmen treffen.

Obwohl bei “Don’t Be Scared” besonders die Beats im Vordergrund stehen, darf man sich trotzdem auf erstklassige Stimmen freuen. Langzeit Wegbegleiterin Yarah Bravo (Oneself), Sabira Jade und der Rapper Pugs Atomz, beide unter anderem bekannt durch Vadims weiteres Projekt “The Electric”, sowie neue, aufstrebende Sänger, wie Jazz Bailey und die hawaianische Soulsängerin Karen Be, oder auch der Funksänger Greg Blackman.

Das Album wirkt nachdenklicher als seine Vorgänger und zugleich noch tanzbarer. Melancholie trifft auf tropischen Vibe trifft auf trippenden BBC Reporter trifft auf Tanzschritte erklärenden Jamie Fox. “Don’t Be Scared” entstand auf DJ Vadims Reisen rund um den Globus. Im November 2010 wurden die ersten Tracks in Auckland (NZ) entwickelt, bei Jam Sessions mit einigen der wichtigsten neuseeländischen Musiker (Fat Freddy’s Drop, Trinity Roots, Coral, Julien Dyne, Isacc Aseli, Lewis McCallum). Weiter ging es in Deutschland, wo Vad in Berlin mit dem Produzenten Flako an den Beats schraubte. Dann zurück nach England, um dort Mitglieder der Band von Michael Kiwanaka (BBC Artist des Jahres 2012) zu treffen. Daraufhin zog Vadim sich nach Maui (Hawai), Mexico City und Kuala Lumpur (Malaysia) zurück, um das Album dann wiederum in London fertigzustellen und in Tokio mischen zu lassen.

Das ist globale Musik, Peng Bass! Was für ein Genre das sein soll? Das sei mal dahingestellt. Sicher ist jedenfalls, dass es sonst niemanden gibt, der so Musik macht wie Vadim. Extravaganter Tropical Bass, ohne Grenzen, ohne Einschränkungen, ohne Schubladen. Dreh die Lautstärke hoch und erfreue Deine Nachbarn damit!