Mittwoch, 05. September 2012, 18:06 Uhr

Waldemar Hartmann enttäuscht von der ARD: "Ein Schlag ins Gesicht"

Ein zeitlich auf nur ein Jahr befristetes Angebot für seinen Fußball-Talk “Waldis Club” hatte Waldemar Hartmann schon enttäuscht abgelehnt, jetzt ist Waldemar Hartmann auch seinen Moderationsjob bei den Box-Übertragungen im Ersten los. Er muss gehen, weil er zu alt ist. Im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de zeigt sich Hartmann darüber empört.

Noch bei der Fußball-Europameisterschaft holte “Waldis Club” nach den Spielen regelmäßig gute Einschaltquoten – und doch bekam Hartmann von der ARD nur einen Vertrag für ein weiteres Jahr angeboten. Der Sportmoderator lehnte bereits in Juli öffentlichkeitswirksam ab und zeigte sich dem Nachrichtenmagazin “Spiegel” gegenüber enttäuscht, dass ihm so die Moderation im Umfeld der Fußball-WM in zwei Jahren verwehrt wurde.

In dieser Woche kommt die nächste schlechte Nachricht: Sein Vertrag für die Moderation der Box-Übertragungen im Ersten wird nicht verlängert. Die ARD-Sportchefs haben eine entsprechende Entscheidung getroffen. “Im März 2013 erreicht Waldemar Hartmann das Alter von 65 Jahren”, heißt es in einer Mitteilung am Mittwoch lapidar. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky ergänzt lediglich: “Ich danke Waldemar Hartmann sehr für seinen Einsatz und für seine kompetente und leidenschaftliche Begleitung der Boxübertragungen.”

Im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de zeigt sich Waldemar Hartmann irritiert über diese Erklärung für den auslaufenden Vertrag. “Mein Erstaunen nimmt kein Ende. Jetzt bin ich ihnen plötzlich zu alt!”, empört sich der Moderator und Sportreporter. “Nachdem Axel Balkausky mir nach dem Aus von ‘Waldis Club’ interessante und unterhaltsame Gespräche attestierte, habe ich mich gefragt, wieso man mir keinen Zweijahresvertrag mehr geben wollte. Nun heißt es, dass ich zehn Jahre lang leidenschaftlich und mit Kompetenz Boxkämpfe moderiert habe, aber wegen meines bevorstehenden 65. Geburtstags aufhören muss. Wenn das die Begründung ist, dann ist das ein Schlag ins Gesicht aller Über-60-Jährigen, die sich – so wie ich – noch geistig und körperlich fit fühlen”, erklärt Hartmann gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de.

Und es gibt in der ARD in der Tat mehrere Beispiele für Reporter, die auch über den 65. Geburtstag hinaus auf Sendung blieben: So war ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann über Jahre hinweg beim Reiten im Einsatz, SFB-Sportchef Jochen Sprentzel beim Rudern oder Dieter Adler bei der Leichtathletik. Trotz des Unmuts über die ARD findet Waldemar Hartmann nette Worte für seinen Nachfolger Alexander Bommes, der ab Januar 2013 die Moderation der Box-Übertragungen im Ersten übernimmt und derzeit von den Paralympics in London berichtet: “Alexander Bommes macht seine Sache richtig gut. Ich wünsche ihm alles Gute für die Zukunft.” (ots)

Foto: wenn.com