Donnerstag, 06. September 2012, 20:47 Uhr

Beruf Promi: Wie Brangelina, Kutcher & Co. ihren Namen zu Gold machen

Sie sind allgegenwärtig. Sie lächeln uns in der Früh auf dem Weg zur Arbeit entgegen und sind immer noch da, wenn wir abends nach Hause gehen. Und selbst dort entkommen wir ihnen nicht. Die Rede ist von „unseren“ Promis. Es ist egal ob es sich dabei um A-, B- oder C-Promis handelt – die Welt leidet mit ihnen, wenn es ihnen schlecht geht und freut sich über ihre Erfolge.

Diesen Voyeurismus nutzen die Promis für sich, denn mit Fotos, exklusiven Stories oder einfach nur mit ihrem Gesicht lässt sich viel Geld verdienen. Je bekannter der Promi desto höher steigen die Gagen für Werbedeals, Auftritte in Clubs oder Talkshows oder für exklusive Bilder von Hochzeiten, Kindern oder einfach nur der neuen Frisur. Also arbeiten die Stars und Sternchen hart daran, ihren Marktwert zu steigern – denn oft genug ist der Ruhm genauso schnell wieder weg wie er gekommen ist. Bis dahin gilt es, das Maximum herauszuholen.

Jo Piazza ist Promijournalistin. Der Klatsch und Tratsch über Brangelina, Kim Kardashian oder den neuesten Star des Reality-TV ist ihr tägliches Brot. Im Laufe der Zeit entdeckte sie, dass der Erfolg dieser Stars auf klaren Prinzipien aufbaut – und begann diese zu analysieren. Daraus entstanden ist das Buch „Beruf: Promi“, das am 28. September erscheint.

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Und so einfach kannst du gewinnen:
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2. Schreib uns bis zum 28. September 2012 in einer Mail Deinen Facebook-Namen und im Betreff “Beruf Promi”.

Deine Mail geht an: [email protected] Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden von uns benachrichtigt.

Im folgenden präsentieren wir einen Ausschnitt aus dem ersten Kapitel des Buches:

Noch nie war der Promi-Markt so gesättigt wie heute. Haben Sie sich je gefragt, warum Paris Hilton berühmt ist? Statt Paris Hilton können Sie auch einen anderen Reality-Star nehmen, der gerade angesagt ist, z.B. Kim Kardashian. Die kurze Antwort auf die Frage lautet, dass der Markt mit all seinen Überresten in Hollywood solche Promis aufbauen musste – das heißt aus all den Übriggebliebenen, die kein echtes Talent besaßen und weder beim Filmstudio, noch bei einer Plattenfirma, in einem Sportteam oder im Fernsehen einen richtigen Job hatten – allein, um die unersättliche Verbrauchernachfrage zu befriedigen. Die Rolle des Internets und des 24-Stunden-Nachrichtenkreislaufs, der sich in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, oder auch der starken Zunahme von Promi-Medien, zunächst in Form von wöchentlich erscheinenden Hochglanzmagazinen und später von Promi-Websites, kann gar nicht hoch genug bewertet werden.

Entstanden ist daraus eine neue Promi-Spezies: die Person, die dafür berühmt ist, dass sie berühmt ist. Plötzlich verkürzte sich der Lebenszyklus des Ruhmes von 15 Minuten auf 15 Sekunden, und die wichtigste Einstiegsbarriere zum einst so exklusiven Club der „Beruühmten“ – außergewöhnliches Talent, gutes Aussehen oder blaues Blut – löste sich in nichts auf.

Mehr noch als viele andere Branchen ist Hollywoods Industriekomplex ständig dabei, sich weiterzuentwickeln und neu zu erfinden, immer auf der Suche nach dem nächsten Besten (sprich: Lukrativsten).

Jeder Promi, der glaubt, dass er sich auf seinen früheren Leistungen ausruhen kann, irrt. Promis, die auf MySpace groß rauskamen, wurden verdrängt von Promis, die bei Twitter dick im Geschäft waren.

Sarah Ferguson war die erste Geschäftsfrau, die sich fürs Abspecken bezahlen ließ, aber auch in anderen Ländern gab es erfolgreiche Nachahmer unter den Promis. Elvis Presley war jahrelang die Messlatte für die Topverdiener unter den toten Promis, bis Michael Jackson kam, der tot noch mehr wert ist, als er es vorher war. Die krampfhafte Nachfrage nach Neuigkeiten führt dazu, dass Reality-Stars fast täglich ausgetauscht werden.

(In dem vorliegenden Buch) werden Promis so seziert, wie man in einer Fallstudie eine Verbrauchermarke oder eine Aktiengesellschaft sezieren würde. Ihr Wert wird analysiert, ihre Markenstrategien werden in ihre Einzelbestandteile zerlegt, und ihre Managementmodelle werden mikroskopisch betrachtet.
Kein Promi agiert im luftleeren Raum. Als die Schauspieler Brad Pitt und Angelina Jolie eine Beziehung eingingen, kreierten sie damit etwas, was viele Promi-Beobachter als „die perfekte Promi-News-Story“ bezeichnen, und sie generierten damit einen Wert für die gesamte Unterhaltungsindustrie.

Die Zeitschriftenbranche der Promi-News hat seit 2005 vom Duo Pitt/Jolie proitiert. Eine Titelstory über Brad und Angelina verkauft sich um mindestens 25 Prozent besser als eine Story über die meisten anderen Promis. Ihr erster gemeinsamer Film, Mr. & Mrs. Smith, brachte an den Kinokassen fast eine halbe Milliarde Dollar ein. Eine vergleichbar starke Auswirkung einer Afäre auf die Einspielergebnisse eines Films hatte es seit 1963, als das Publikum in die Kinos strömte, um Richard Burton und Elizabeth Taylor in Cleopatra zu sehen, nicht mehr gegeben. Damals im Jahr 1963 waren Liz und Dick eine Ausnahmeerscheinung, ein Skandalpaar, dem es gelang, aus Schlagzeilen Millionen von Dollar zu machen.

Pitt und Jolie sind heute nur eines von Hunderten von Promi-Paaren, die verstanden haben, dass sich eine gute Pärchenbildung in Markenwert übersetzen lässt.
Noch nie wurde dem Ruhm in einem solchen Maße hinterhergejagt wie heute. Es gibt eine Spezies von Menschen, die bereit wären alles zu tun, um berühmt zu werden. So erschienen zum Beispiel von den 16 Geliebten, die 2010 am Niedergang des Proigolfers Tiger Woods beteiligt gewesen sein sollen, vier in der Zeitschrift Vanity Fair, drei konkurrierten miteinander in Howard Sterns Radiosendung um die Krone der Miss Mistress, einem mit 100.000 Dollar dotierten Preis für die Topgeliebte, eine schrieb ein Enthüllungsbuch, eine spielte die Hauptrolle in einem Porno, in dem ihr Verhältnis zu Woods parodiert wird, und eine wurde Reporterin für die US-Promi-News-Sendung Extra.

Das Opfern ihrer Würde hat sich für sie mehr als bezahlt gemacht.

Die Unterhaltungsindustrie als Ganzes erlebt in der heutigen Zeit ihre größte Revolution. Dieses Buch zielt darauf ab, offen zu zeigen, wie die Promi-Maschinerie funktioniert. Promis schreiben uns vor, was wir anziehen und wie wir duften sollen, wie wir abspecken und welche Musik wir hören sollen, und welche Filme wir sehen und wen wir wählen sollen. Und damit verdienen eine Menge Leute eine Menge Geld, von den Promis selbst bis zu den Magiern in Hollywoods Industriekomplex, das heißt den Reportern, Agenten, Managern, Lizenzagenturen und Anwälten.

Das Buch folgt der Spur dieses Geldes. Mit der Wiedergeburt der Unterhaltungsindustrie im digitalen Zeitalter hat der Promi-Markt gar keine andere Möglichkeit als sich weiterzuentwickeln. Auf diesem schnelllebigen Marktplatz bieten sich dem Einzelnen mehr Chancen zur Wertschöpfung als jemals zuvor. Es lässt sich auf Twitter Geld verdienen und mit viralen Videoclips, mit dem Verkauf von Babyfotos und mit Abspecken, mit dem Verkauf von Düften und mit Sexvideos. Überleben werden diejenigen, die sich an diese schöne neue Welt anpassen.

Das Buch macht richtig Laune, wenn Sie als Leser Ihr eigenes Fachwissen beitragen. Als Verbraucher und Promi-Beobachter können Sie genauso gut wie jeder andere beurteilen, wie Hollywoods Industriekomplex funktioniert.

An diesem Punkt trefen sich der Sesselökonom und der Rückbank- Paparazzo auf einen Cocktail und können in schönster Einigkeit ihre unterschiedlichen Urteile darüber austauschen. Und vielleicht beschließen die beiden nach einigen Martinis sogar, gemeinsam ein afrikanisches Baby zu adoptieren.

Fotos: wenn.com