Donnerstag, 06. September 2012, 10:37 Uhr

Buchtipp: "Mirco – Verlieren. Verzweifeln. Verzeihen“

Am 3. September 2010 verschwindet der zehnjährige Mirco auf dem Heimweg von der Skaterbahn. Was folgt, ist die bisher größte Suchaktion in der Geschichte der Bundesrepublik. 145 Tage lang hoffen, bangen und beten Mircos Eltern. Dann wird ihr Sohn entdeckt: entfu?hrt, missbraucht, erdrosselt.

In ihrem Buch Mirco: Verlieren. Verzweifeln. Verzeihen , das am 6. September 2012 im adeo Verlag (Asslar) erscheint, erzählen Sandra & Reinhard Schlitter, wie es ihnen gelingt, mit dem Unfassbaren fertig zu werden.

„Mit unserem Buch möchten wir zeigen, was uns geholfen hat, die Spirale von Hass und Verzweiflung verlassen zu können. Und wie man ein Leben führen kann, das trotz allem Zuversicht, Menschenliebe und Glauben vereint“, fassen Sandra und Reinhard Schlitter zusammen.

In ihrem Buch „Mirco“, das sie fast auf den Tag genau zwei Jahre nach Mircos Verschwinden veröffentlichen, erzählen die beiden gemeinsam mit dem Journalisten und Autor Christoph Fasel von ihrem Leben mit Mirco, ihrer Verzweiflung, vom Glauben an Gott. Und davon, wie sie es sogar geschafft haben, dem Täter zu vergeben.

Der Mörder erhielt im Sommer letzten Jahres die höchstmögliche Strafe: Lebenslänglich mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld des Angeklagten.

In ihrem Buch schreiben die Eltern abschließend: “Nein, wir empfinden keinen Hass. Rachegedanken und Hass sind Gefühle, die denjenigen verändern, der sie in sich trägt. Und zwar nicht zum Guten. Wir wollen unsere Herzen nicht von diesen negativen Gefühlen vergiften lassen. Wir wollen nicht, dass das Böse noch einmal triumphiert. Deshalb haben wir dem Täter ganz bewusst vergeben. Er ist ein belasteter Mensch, der nicht wusste, wohin mit seiner Last. Wir dagegen wissen das, und wir beten für ihn, dass auch er das erkennt und zu sich kommt. Uns bleibt eine große Hoffnung: Wir glauben, dass Gott Mirco an seine Hand genommen hat, um ihm den Himmel zu zeigen. Wir werden Mirco wiedersehen.”

Fotos: ADEO-Verlag/Peter Grosslaub