Freitag, 07. September 2012, 16:17 Uhr

Jetzt kommt "Crutch" mit Rockerbraut Stephanie und Debüt-EP

„Könnt ihr das nicht mal auf Deutsch machen?“ Am Arsch, wäre wohl die Antwort von Crutch. Weil die da keinen Bock drauf haben. Nicht, dass die fu?nf Bandmitglieder deutschsprachige Musik nicht respektierten – nein, es gibt sogar sehr gute Musik hier vor der Haustür! Aber warum nicht mit einer in Texas aufgewachsenen „Native Speaker-in“ internationale Rockmusik als Band auf Englisch machen und versuchen, auf die in Deutschland ausgesprochenen Unmöglichkeiten zu scheißen?!

Stephanie ist die Frontfrau von Crutch und prägt den Sound mit ihrer einzigartigen Stimme und Energie…und ihrem Soul, ihrem Schmutz, ihrer Kopfstimme, ihren Shouterqualitäten und Facetten, die man selten in dieser Intensität findet. Diese ganzen Stimmen nutzt die zierliche Frau konsequent und geht voll auf Risiko, wenn es darum geht, Ihre Gefühle rauszusingen. Auf der Bu?hne enden musikalische und emotionale Höhepunkte deswegen manchmal auch in orgasmischen Brüllereien und man fragt sich, ob das am Ende gut gehen kann.

Getragen wird Stephanie durch eine tighte und ebenso energiereiche 4-Mann Ballercombo in der klassischen „two guitars, drums and bass“ Besetzung. Die Saiten und Felle ko?nnten nicht dicker sein, mag man behaupten, weil die Picks und Sticks nicht wie gewohnt prollig ins Publikum geworfen werden, sondern vorher schon schrottreif gespielt werden.

So viel zu Anatomie und Physik, aber ohne die richtigen Songs bringt das ja alles nichts! Irgendwie Oldschool, irgendwie fresh – eine Band mit vielen Einflu?ssen aus vielen Jahrzehnten. Irgendwie nicht zu greifen und doch am Ende aus einem klaren Guss, Crutch nennen es deswegen einfach nur: Rock.

Die Flucht aus dem u?blichen Genre-Wirrwarr veranlasste sie auch dazu, ihre beim Produzententeam Radionika in Stockholm aufgenommene Debut-EP, „Back to Instincts“ zu nennen und das Cover auf ein meinungsspaltendes Sabber-Close-Up von Stephanie zu reduzieren. Die Produktion ist einfach und dick, es gibt keine Elektronik und reduziert sich nur auf die pure Energie und Kraft von Crutch – „Back to Instincts“ eben.

„It’s fly or die never knowing what it’s like“ – denn in Zeiten wie diesen, in denen mancher denkt, Rock sei tot, DJs sich als Rockstars bezeichnen und im Fernsehen Gesangsduos als „Band“ tituliert werden, ist eigentlich die Zeit für Bands wie Crutch gekommen. Der Moment um wieder zu keimen und einen fetten Schuh zum Arschtreten anzuziehen.

Deswegen freut sich Crutch auf die Zukunft und auf 2013, das Jahr der Vero?ffentlichung Ihrer Debut- LP.