Montag, 10. September 2012, 9:25 Uhr

Schwul-lesbische Tralala-Rockband scheitert bei "X Factor"

Einen heißen Tee für H.P. Baxxter und eine Zigarette für Moses Pelham! So bereitete sich die Jury auf weitere Kandidaten der gestrigen Show von ‘X Factor’ vor. Wo in der letzten Woche viel Gänsehaut im Vordergrund stand, hätte das Thema diesmal  “absolute Gegensätze“ heißen können, ob bei der Songauswahl oder der Vergleich unter den Kandidaten selbst.

Der gelernte Altenpfleger Sascha Miskovic (36) aus Hagen sorgte nämlich vor allem bei Pop Queen Sarah Conner mit seiner Songauswahl für stutzen. Er sang „ Video Games“ von Lana Del Ray, ein relativ eher unüblicher Titel für jemanden, der eigentlich eher Rockmusik bevorzugt. Doch mit der Eigenkreativität, die Sascha in den Song brachte, überzeugte er neben Pelham, Sandra und H.P. letztendlich auch Sarah Connor: „Du hast mich einfach abgeholt!“

Während Sarah Connor nicht wüsste, was sie mit der Berliner A-Capella Band „Yeo Man“ im Bootcamp anstellen sollte, würde Scooter Frontmann H.P. Baxxter die Arbeit einfach liegen lassen und Party mit den Jungs machen. Doch wie konnte Yeo Man halbwegs die ganze Jury überzeugen? Mit ihrem eigenen Song „Bäm“ rockten die Jungs nicht nur die Bühne, sondern auch die Tribüne des Publikums. Ohne Playback und sonstigen musikalischen Begleitungen, machten sie mit ihren Electro Sounds, alles mit dem Mund „gespielt“, die Zuschauer verrückt und erinnern doch leicht an „Die Atzen“.

Mit dem dritten X von Pelham in letzter Sekunde, konnten sie sich ganz „krass“ ins Bootcamp retten. „Die haben einfach so das Haus abgerissen!“ so Pelham.

Sorgenkind der gestrigen Sendung war das Duo Chiara (17) und Pao (24), die sich durch ihre Videos auf Youtube kennen lernten. Sie kamen als Einheit, doch wirkten auf die Jury als Gegensatz, der sich leider nicht gegenseitig anzieht. Bei der Performance „Sweet Dreams“ von Beyoncé, konnte nur die 17 jährige Chiara überzeugen.

So flüsterte Rockstar Sandra Nasic während ihrer X-Vergabe ihren Jurymitgliedern zu, dass ihr X eigentlich nur Chiara gilt. Und der Meinung waren wohl die anderen 3 ebenfalls. „Würdest du sie auch alleine weiter lassen?“, so lautete die Frage von Sarah Connor, die sie Pao stellte, der nach langem Zögern mit „Ja na klar, warum nicht“ antwortete.

Doch die Enttäuschung war ihm anzusehen. H.P. Baxxter und Pelham hingegen fanden es nur fair, beide weiter zu lassen. Doch wird Pao im Bootcamp den Titel als Außenseiter ablegen können?

Außenseiter kann sich Christian Wittwer (24) aus Nürnberg wohl nicht nennen. Unter seinem Künstlernamen „Reece“ präsentierte der recht sympathische Nürnberger gelernte Fertigungsmechaniker und Restaurantfachmann seinen eigenen Song „Everytime“. Was die Jury nicht erwartete und vor allem Pelham freute: Christian baut in seinem englisch sprachigen Song eine deutsche Rap Passage ein und überzeugte somit die Jury auf einen Schlag.

„Geliebt gefunden, gesucht gefunden“, so beschrieb Drag Queen Gloria Viagra das Entstehen ihrer Band „Squeezebox“ aus Berlin, Deutschlands einziger schwul-lesbische Rockband. Zwei Stunden brauchte die sehr der Hamburger Showtranse Olivia Jones ähnelnde Diva, um sich vom Mann zur Frau zu wandeln. Vor allem mit der Absicht, die ihre Band verfolgt, nämlich Vorurteile abzuschaffen und dafür Toleranz in den Vordergrund zu stellen, sammelte die Band Sympathiepunkte, doch leider nicht genügend „X’e“ um ins Bootcamp zu gelangen.

Ein ganz großes Talent war Willy Hubbard (21) aus Kaiserslautern. Willy war bei der US Army und musste seine Frau für lange Zeit alleine lassen den Song „Kiss from a rose“ von Seal sang der Amerikaner nur für sie: „Ich bin nicht perfekt, aber mit ihr bin ich besser“, so Willy. Besonders der weibliche Teil der Jury war vom „Chicks Terminator“ wie H.P. ihn nennen würde , nicht nur von seiner unglaublichen Stimme fasziniert, sondern auch von seinen Muskeln, die der 21jährige auch gleich bei ein paar Liegestütze zur Show stellte und Sandra so den Kopf verdrehte. Glückspilz des Abends war diesmal die 22 jährige Schweizerin Alexandra Plattner.

„Ich bin davon überzeugt, dass ich Talent habe“ sagte die Krankenschwester vor ihrer Performance. Und der Meinung war wohl Sandra Nasic auch. Sie rettete die hübsche Alex mit ihrem Joker und verschaffte ihr somit haarscharf den Zugang ins Bootcamp.

Weiter sind auch diese Kandidaten: Blen Baheru(16), die nur schwer Moses Pelham überzeugen konnte, Emily Frohling (16) aus Oldenburg, die noch so einiges an ihrer Performance ändern müsste, aber mit viel Soul überzeugte und die Band „Meyers“, inspiriert durch die Kelly Family, die mit ihrer Musik für melancholische Momente in der Jury sorgte.

X Factor geht nun bald in die heiße Phase, welche Kandidaten schaffen wohl noch den Sprung ins Bootcamp? Wer kann sich den Titel als Favouriten erkämpfen und wer wird zum Außenseiter? Die nächste Sendung ‘X Factor’ am Sonntag um 20.15 Uhr auf VOX. (AC)

Fotos: VOX, VOX/Guido Lange