Dienstag, 11. September 2012, 12:53 Uhr

Bettina Wulff: "Es wurden Dinge über mich verbreitet, die schlichtweg gelogen sind"

Bettina Wulff spricht erstmals über die bösen Gerüchte, die über sie verbreitet werden. Anlass dafür ist ihr Buch “Jenseits des Protokolls”, das seit dieser Woche im Handel ist.

Im interview mit dem Magazin ‘Gala’ sagte sie: “Ich habe in den letzten Jahren viele Dinge hingenommen aus Respekt vor der Position meines Mannes. Jetzt, wo diese Zeit vorbei ist, hatte ich das Gefühl, für meine Familie und meine Kinder die Dinge noch einmal ins rechte Licht rücken zu müssen”, sagt Bettina Wulff dem Magazin.

Und sie wünscht sich, endlich wieder ein normales Leben führen zu können: “Ich möchte wieder in die Öffentlichkeit gehen können, wenn ich es will.” Bettina Wulff arbeitet seit vier Monaten als selbstständige PR-Beraterin, kann das gut mit der Familie vereinbaren: “Ich arbeite mal drei Wochen am Stück, um dann wieder die nächsten zwei Wochen zu Hause mit meinen Kindern zu sein. Das schätze ich sehr. Ich kann mein Leben wieder freier leben.” Nur Hausfrau zu sein, käme für Bettina Wulff nicht in Frage: “Das macht mich unleidlich, auch den Kindern gegenüber.”

Im Interview mit dem Magazin ‘Brigitte’ beklagt sich Bettina Wulff, dass sie an der Seite ihres Mannes jahrelang ihre eigenen Bedürfnisse unterdrücken musste. “Ich werfe ihm manchmal vor, dass er mich ein großes Stück auch in die Rolle gedrängt hat. Und wenn ich es im Nachhinein betrachte, rächt sich dies auch in der Beziehung”, sagt sie. In ihrem Buch “Jenseits des Protokolls”, das diese Woche in den Handel kommt, nennt sie besonders die Zeit vor dem Rücktritt einen Ausnahmezustand für ihre Beziehung. “So etwas kann eine Beziehung nur eine bestimmte Zeit lang durchleben und ertragen, sonst wird zu viel in Mitleidenschaft gezogen”, sagt sie der BRIGITTE. Ihr Mann hätte es im letzten Winter nicht geschafft, sich auch noch um ihre Gefühle zu kümmern. Das bereue er heute. “Wir haben uns professionelle therapeutische Hilfe geholt, weil man das allein gar nicht verarbeiten kann.”

Bei Christian Wulffs Rücktrittsrede habe sie sich bewusst von ihm entfernt hingestellt, um allen zu zeigen, dass sie eine eigenständige Frau sei. Sie habe sich geärgert und würde sich immer noch ärgern, dass sie mit ihm oftmals über einen Kamm geschoren und in einen Topf geworfen wurde. Auf die Frage, ob sie Hassen gelernt habe in der Zeit, von der sie selber sagt medial gehetzt worden zu sein: “Nein, aber man sieht sich immer zweimal im Leben.” Aber nicht nur ihr Mann habe kaum erkannt, wie schlecht es ihr oft in der gesamten Amtszeit gegangen sei, auch dem Bundespräsidialamt nimmt sie es heute noch übel, “dass sie nicht realisierten, unter welchem innerlichen Druck ich stand”. (ots)

Foto: wenn.com