Dienstag, 11. September 2012, 20:14 Uhr

Bundesliga-Profi spricht erstmals über seine Homosexualität

klatsch-tratsch.de hatte jüngst mit einem Gay-Escort gesprochen, der zum Kundenkreis eines Bundesliga-Profis gehörte und in dem Gespräch Anfang August auch das Outing seines Klienten ankündigte.

Nun gibt es ein neues Interview von einem “betroffenen” Profi-Fußballer. Der nicht namentlich genannte Bundesligaspieler sprach mit ‘fluter.de’, dem Magazin der ‘Bundeszentrale für Politische Bildung’, über seinen Alltag und die Unmöglichkeit, sich zu outen.

Der Kicker sagte auf die Frage, wenn er öffentlich auf seine Homosexualität angesaprichen werden würde: “Ich würde leugnen, ganz klar. Versuchen, das Thema komplett aus der Öffentlichkeit zu halten. Je mehr geredet wird, desto höher ist auch der Druck auf mich. Die große Diskussion um meine Person kann ich mir einfach nicht erlauben.”

Ein Outing passe einfach nicht ins Bild der öffentlichen Wahrnehmung, sagte er: “Fußballer (…) sind das männliche Stereotyp schlechthin. Sie müssen Sport lieben, aggressiv kämpfen und gleichzeitig das große Vorbild sein. Schwule sind das alles einfach nicht. Punkt. Oder soll jemand eine aufgebrachte Menge von Fans vor dem Spiel aufklären, dass “die Schwulen” eigentlich auch nur ganz normale Männer sind und gleich mitspielen? Unvorstellbar.”

In der Bundesliga wüßten offenbar alle über ihn Bescheid, “gesprochen wird kaum darüber”. Doch die Angst vor der Öffentlichkeit überwiegt.

Dazu erklärte der Sportler: “Alle würden gerne rausfinden, was ich wohl Schlimmes mit meinem Partner unter der Bettdecke anstelle. Wer beim super-männlichen Fußballspieler wohl unten und wer oben liegt. Da gibt es vieles! Meine Leidenschaft, der Fußball, wäre irrelevant. Entweder spaziere ich mit meinem Freund zu einem Event und bin danach drei Wochen in allen Medien oder berufe mich auf meine Privatsphäre und belüge mich selbst. Es gibt einfach keine Lösung. Unmöglich, einfach wie ein heterosexueller Spieler den neuen Partner zu präsentieren und am nächsten Tag vergessen zu werden. Normalität gibt es nicht. Zumindest wäre es für mich nicht normal, eine ganze Nation mein Intimleben diskutieren zu lassen. Das hat nur mich und die Person neben mir zu interessieren.”

Der Mann gestand, dass er einmal eine Beziehung hatte: “Aber du kannst dir vorstellen, dass ein monatelanges Versteckspiel pures Gift für eine Partnerschaft ist. Ich musste mich entscheiden.”

Hier geht es zum kompletten Interview!

 

 

 

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