Freitag, 28. September 2012, 16:40 Uhr

Haudegen ausnahmsweise tattoofrei: "Wir sind die Musketiere der Neuzeit"

Hagen Stoll und Sven Gillert, besser bekannt als Duo Haudegen sind mit neuer Single und Album zurück und das mit gewohnt rauer Stimme und tiefsinnigen Songtexten, was ihre Fans mit Sicherheit wieder begeistern wird. ‚Feuer und Flamme’ ist die erste Singleauskopplung aus dem am Freitag erschienenen Album ’En Garde – Die letzten unserer Art’.

klatsch-tratsch.de traf die sympathischen Musiker von Haudegen zum Interview.

En Garde ist eigentlich als Kommando aus dem Fechtsport bekannt, Sven und Hagen nannten ihre neue Platte danach – warum haben sie im so erklärt: „Wir fühlen uns wie die Musketiere der Neuzeit. Wir kamen auf den Titel, weil wir ein Wortspiel in uns tragen. Zwei Klingen in den Wolken – wir zwei klingen in den Wolken und die beiden Klingen von unserem Logo, Flügel und Schwert. So kamen wir auf ‚En Garde’.“

Das erste Album von Haudegen war bekanntlich ein großer Charterfolg und hielt sich unglaubliche 20 Wochen in den Media Control Charts. Den Erfolg wollen die beiden Herren natürlich gerne wiederholen und Sven (Foto unten) sagte dazu: „Das vorherige Album war unser Debütalbum, damit stellst du dich erst einmal vor. Und das zweite Album sollte eine logische Konsequenz und Weiterführung des ersten Albums werden. Der größte Unterschied der beiden Alben ist, dass das neue druckvoller, animalischer und energetischer ist. Mein Lieblingssong ist ‚Feuer und Flamme’, ich hab ihn gerade erst im Auto wieder gehört! Es ist einfach ein Song, der voller Lebenslust steckt!“

Auch wenn ein erfolgreiches Album wünschenswert wäre, ist es nicht das vorrangige Ziel, wie sie hinzufügten: „Die Chartplatzierung ist nicht so wichtig, denn darauf kommt es nicht an. Es kommt darauf an Menschen glücklich zu machen und mit ihnen unsere Leidenschaft zu teilen! Wir wollen mit unserer Musik etwas verändern und versuchen alte Werte wieder nach vorne zu bringen.“

Gestandene muskelbepackte Männer mit einer Vorliebe für Kunst am Körper – rein optisch mag man bei Sven und Hagen nicht vermuten, dass es sich bei der Musik von Haudegen um Familienmusik handeln soll, doch genauso ist es wohl, wie die beiden Songschreiber erklärten: „Wir sagen immer ganz gerne, wir machen Musik für die ganze Familie. Will heißen, da kommen Oma und Opa, die haben ihre Kinder dabei und natürlich dementsprechend die Enkelkinder. Unsere Musik verbindet und es ist schön das Musik auch über Generationen hinweg gehört werden kann.“

Auf den aktuellen Pressefotos der Band zu ihrem neuen Album sind die schweren Jungs, die mit reichlich Tattoos aufwarten, nicht mehr die Hauptpersonen: „Unsere Fans identifizieren sich sehr mit unserer Musik, deswegen haben wir uns beim Artwork dafür entschieden, zwei Fechter auf das Cover zu packen. Und auf den Fechtanzügen sind unsere Tattoos zu sehen. Im Booklet sieht man dann verschiedene Menschen, die unsere Musik mögen, da haben wir z.B. einen Steinmetz dabei, der so einen Naturstein bearbeitet und auf dem Stein sind unsere Tattoos drauf. Darunter steht ‚Wir sind sein Takt’, beim nächsten Bild steht ‚Wir sprechen aus, was sie denkt’. Und am Ende des Booklets sieht man uns, sinnbildlich ohne Tattoos. Da lösen wir dann auf, dass wir sozusagen unsere Tattoos weitergegeben haben.“

Damit das Foto überhaupt erst einmal entstehen konnte, mussten die etlichen Tattoos der Jungs natürlich unsichtbar gemacht werden. Photoshop war nicht am Werk, wie sie uns erklärten: „Das haben die mit Airbrush übersprüht. Ganze sechs Stunden hat das gedauert. Es sollte ja natürlich aussehen, deswegen haben sie uns bemalt. Das war stundenlange Arbeit, jeder von uns drei Stunden. Wir waren froh als die Farbe ab war!“

Die Haudegen sind waschechte Vollblutmusiker und lieben sowohl das Musizieren wie auch das Songschreiben. Hagen Stoll schrieb unter anderem die Rap-Parts des Debütsongs ‚How do you do’ der aktuellen ‚Popstars’ Gewinnerband ‚Melouria‘, schreibt aber auch für viele andere bekannte Künstler.

Zum Schluß haben sie noch verraten, was sie privat für Musik hören: „Eigentlich alles durch die Bank weg. Ich mochte sogar letztens diesen einen Song von Bruno Mars, das würde man vielleicht nicht erwarten“, erzählt Sven und Hagen fügt hinzu: „Also was mir richtig gefallen hat war ‚Evacuate the Dancefloor’ von Cascada, den fand ich richtig krass! Ich bin Musikliebhaber, da kann man sich schon mal in eine Harmonie oder Melodie verlieben!“ (TT)

Fotos: Warner Music, Christian Barz