Beim RTL-Supertalent können kleine Menschen ganz groß werden. Im wahrsten Sinne des Wortes allerdings nur, denn gestern Abend erregte ein Kandidat nicht nur mit einem speziellen Talent die Aufmerksamkeit, sondern auch mit seinem Äußeren.

Der kleinwüchsige Hammou Bensalah (48) aus Heidenheim hatte es in der Vergangenheit nicht leicht. In seiner Heimat Algerien gehörte er aufgrund seines körperlichen Defizits zu den Ausgegrenzten und hatte unter anderem mit schwerwiegenden Problemen wie Arbeitslosigkeit und fehlende Bildung zu kämpfen. Hier in Deutschland fand er endlich Anerkennung und freundliche Menschen, die den Algerier unterstützen. Der kleine Mann hüpfte und hibbelte gestern Abend munter und fröhlich über die Bühne und begeisterte bereits in den ersten Sekunden mit seiner ansteckenden, lebensfrohen Art das Publikum.
Hammou verwandelte den Saal in einem magischen Ort, als er mit Wasser und Seife wunderschöne Seifenblasen entstehen und sie behutsam durch die Luft gleiten ließ. Mithilfe von Zigarettenrauch begannen sich die Seifenblasen auf wundersame Weise zu bewegen und verschiedene Formen anzunehmen. Zu so einer Show gehören bekannterweise auch die riesigen Blasen und auf die verzichtete auch Hammoud nicht. Er hüllte sich komplett darin ein und später übrigens auch noch Juror Thomas Gottschalk. Eine gelungene Show, für die der liebenswürdige Seifenblasen-Künstler auch den begehrten Supertalent-Stern erhielt. Gerührt verließ Hammou die Bühne und konnte vor lauter Freude seine Tränen nicht mehr zurückhalten.

Für weniger Begeisterung sorgte Giuseppe (21), Marke verwöhnter, neureicher Teenie-Boy mit großen Ego aus der Schwulen-Hauptstadt Köln. Wie sagt man so schön, wenn man erfolgreich sein will, muss man zuerst die Sympathien der Zuschauer für sich gewinnen. Das verscherzte sich das selbsternannte Model allerdings bereits in den ersten Sekunden mit Worten wie ‘Wenn es euch nicht gefällt, ist mir das egal’ oder ‘Ich modele zwar, aber ich habe auch reiche Eltern’.
Zumindest bei der Jury hatte sich der 21-jährige damit schon alle Chancen verbaut. Dann legte Giuseppe los, als hätte ihn eine Tarantel gestochen. Er zappelte und hüpfte über die Bühne und versuchte sich mit Tanzen. Seine Bewegungen sahen aber eher danach aus, als hätte sich ein Fisch in seiner Hose verirrt. Der seltsamen Choreographie des Models kann man nun wirklich nichts abgewinnen, aber wer weiß, vielleicht hat er mit seiner durchgeknallten Hampelmann-Perfomance einen neuen, bescheuerten Tanztrend geschaffen….
Nach der wirklich sehr merkwürdig bewegungsgestörten Performance konnte Guiseppe dann auch nicht mehr mit seinen unzähligen Promi-Kontakten überzeugen. Der junge Mann kennt ja angeblich eine ganze Menge hochkarätiger Stars und durfte sogar schon ein Foto mit Paris Hilton machen. Ein Wunder, dass er da überhaupt auch eins mit der halbwegs weniger berühmten Michelle Hunziker machen wollte. Daraus wurde dann am Ende aber nichts, denn nach der harten Kritik von Gottschalk und Co stürmte Guiseppe entzürnt von der Bühne, jedoch nicht ohne noch einmal loszuwerden, wie begehrt er wirklich ist. “Ich bin trotzdem bei Elton John eingeladen und ihr nicht,” wetterte er. Nun ja vielleicht gefällt dem ja die urkomische Tanzeinlage.

Bei Sänger Armin Eiber würde man wahrscheinlich nicht auf den ersten Blick denken, dass er sich einem Millionenpublikum präsentierten würde, um Deutschland sein verstecktes Talent zu zeigen. Doch gestern Abend trat er tatsächlich selbstbewusst vor die Kameras, trotz seines Übergewichts und des nicht perfekten Schönheitsideals. Spätestens bei den ersten Klängen war klar, dass hier das Aussehen völlig nebensächlich ist und nur die Stimme zählt. Und die hat Armin auf jeden Fall und zwar genauso gut wie Sänger Meat Loaf. Der begeisterte nämlich in den 80ern mit Hits wie ‘I Would Do Anything For Love’. Auch Armin zog das Publikum und die Jury in seinen Bann. Dieter, Michelle und Thomas mussten erst zweimal hinhören, um zu erkennen dass die unglaubliche Stimme tatsächlich seine eigene ist. Schwer zu glauben allerdings, dass man mit solch einer Retro-Stimme heute noch ‘Supertalent’ werden könnte.

Doch auch David Petras ergatterte am gestrigen Abend eine Menge lobender Worte, trotz eher mäßiger Leistung. Der arbeitssuchende Alleskönner (Automechaniker-und Bootsmechaniker, Koch und eben Sänger) hatte sich allerdings auch einen besonders schweren Titel ausgesucht. Er sang ‘You Raise Me Up’ von Westlife auf seine ganz eigene Art und Weise, die vielleicht dem ein oder anderen nicht so zusagte. Merkwürdigerweise fand aber gerade Oberjuror Bohlen nichts auszusetzen und schien noch nicht mal die vereinzelten schiefen Töne herausgehört zu haben. Eine gute Stimme muss man dem etwas ruhigen, zurückhaltenden Kandidaten aber trotzdem zugestehen und wer weiß, vielleicht verpasst ihm das RTL-Team nächstes Mal einen Song, der perfekt zu seiner markanten, tiefen Stimme passt…
32,1 Prozent der 14 – bis 49-Jährigen (3,33 Millionen) und durchschnittlich 6,09 Millionen Zuschauer ab 3 Jahre (21,1) sahen die dritte Castingshow von “Das Supertalent” am Samstagabend.
Nächste Woche geht es mit neuen rasanten, interessanten und weniger begabten Talenten weiter.
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[...] bewegende Geschichte seines 51-jährigen Papas sind wohl der Grund, warum beude Ihr Können beim ‘Supertalent’ zeigen [...]
Gut !