Sonntag, 07. Oktober 2012, 14:15 Uhr

Dirk Bach nach schwerer Diffamierung: 15.000 Euro Kopfgeld ausgesetzt

Dirk Bach war noch nicht mal einen Tag tot, da erschien am 2. Oktober auf dem Portal für sogenannte “katholische Nachrichten” kreuz.net ein Text unter der Überschrift “Jetzt brennt er in der ewigen Homohölle”. In ihm wird Bach als “homosexueller Sittenverderber”, “Homo-Gestörter”, sexuell krank, “Propagandist der Homo-Unzucht” und “entartet” bezeichnet.

Auch der Berliner Bruno Gmünder Verlag kritisiert diesen Umgang mit Dirk Bachs Tod auf dass Schärfste.

Tino Henn, Vorsitzender der Geschäftsführung: “Wir wünschen Dirk Bach´s Lebenspartner, seinen Freunden und seiner Familie in dieser schweren Zeit viel Kraft und Zuversicht und werden unser Möglichstes tun, damit das Andenken an Dirk Bach nicht weiter beschädigt wird. Wir haben lange bei kreuz.nets Homophobie zugesehen: Aber jetzt hat das Treiben dieser ´Katholiban´ eine Dimension und so viel öffentliche Aufmerksamkeit erreicht, dass jedes stillschweigende Zusehen zu einer Art Mittäterschaft werden würde.”

Wir stehen als Medienunternehmen ganz grundsätzlich und unbedingt für das Recht auf Meinungsfreiheit, sehen durch die Äußerungen des oder der kreuz.net-Autoren aber Artikel 5 Absatz 2 des deutschen Grundgesetzes verletzt. Dieser lautet: “Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.” Der Bruno Gmünder Verlag stellt wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung Strafanzeige gegen den oder die Autoren des Textes, aber auch kreuz.net selbst, erstattet.

Im Januar 2008 musste ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen kreuz.net eingestellt werden, weil die Website im US-Bundesstaat Arizona gehostet wird und eine Rechtshilfeersuchen abschlägig beschieden wurde, gab die Staatsanwaltschaft Berlin seinerzeit bekannt: “Im Zuge der Ermittlungen ist es nicht gelungen, einen Tatverdächtigen namhaft zu machen”. Heute soll sich auch ein Server in Kanada befinden.

Aus diesem Grund setzt der Bruno Gmünder Verlag parallel zur Strafanzeige ein “Kopfgeld” von 15.000 Euro für Informationen über die Hintermänner von kreuz.net aus. Dieses wird dem- bzw. derjenigen ausgezahlt, der/die dem Verlag die Namen und Kontaktdaten für die Tatverdächtigen, also den Autoren des Textes über Dirk Bach und die Betreiber von kreuz.net. zur Verfügung stellt, so dass die Informationen an die Staatsanwaltschaft weitergegeben und der/die Person/den rechtskräftig verurteilt werden kann/können.

Betreffende Informationen und sachdienliche Inforemationen können an diese Adresse gesendet werden: [email protected]

kreuz.net steht nicht das erste Mal in der Kritik: Teile der Website wurden wegen Holocaustleugnung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert und dürfen damit in Deutschland weder offen beworben noch Kindern oder Jugendlichen zugänglich gemacht werden, sind aber weiter frei abrufbar. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft kreuz.net als teilweise antisemitisch ein. (ots)

Fotos: wenn.com, RTL/Stefan Menne, Stephan Pick