Sonntag, 07. Oktober 2012, 17:38 Uhr

Markus Lanz nach seiner ersten Show: "Wir haben noch viel Arbeit vor uns"

Markus Lanz ist nach seinem Einstand bei ‘Wetten, dass…?‘ am Samstagabend erleichtert. “Ich denke, wir haben es nicht versenkt, sondern gezeigt, dass in Frank Elstners Idee noch eine Menge Kraft steckt. Darauf kann man aufbauen, aber: Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Das wird spannend in den nächsten Wochen und Monaten“, sagte der 43-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Das Konzept der Sendung soll weiter verfeinert werden, erklärte Lanz zuversichtlich: “Ich glaube, es gibt ein paar Ansätze, die wir in jedem Fall weiter verfolgen, vielleicht sogar ausbauen sollten. Aus anderen müssen wir die richtigen Lehren ziehen.” Dennoch wolle er nicht unbedingt alles besser machen: “Manchmal ist es klüger, es einfach nur anders zu machen.”

Hier ein paar Pressestimmen:

“Wie angekündigt, hat der neue Moderator sich besser auf die Gäste der ersten Show vorbereitet als Gottschalk, der Entertainer-Dino, in seiner gesamten Amtszeit. Das bedeutet nicht, dass das Gespräch immer gelingt. Oft muss Lanz verlegen ausweichen, weil er mit der Antwort nicht gerechnet hat oder ein journalistisches Nachhaken nicht angebracht wäre in dieser Show, in der es ja bloß um Spaß und massentaugliche Unterhaltung gehen soll.” (Süddeutsche Zeitung)

“Die Sendung ist eine Mischung aus Bausteinen des alten ‘Wetten, dass..?’, der Lanz-Talkshow mit deutlichen Anleihen von Elementen erfolgreicher ProSieben-Formate wie ‘TV Total’ oder ‘Schlag den Raab'”. (Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher in der ‘Frankfurt Rundschau’)

“Markus Lanz hat sich in seiner ersten Ausgabe von ‘Wetten, dass..?’ gut geschlagen. Die Show endete nicht in einem Debakel. Lanz legte einen soliden Auftritt hin, jedoch das große Spektakel und Innovationen blieben aus. “Darüber wird zu reden sein”, war eine von vielen Lieblingsfloskeln von Markus Lanz am Samstagabend. Auch über seine Tief- und Höhepunkt wird zu reden sein.” (Stern)

“Lanz war an diesem Abend so aufgeregt wie schmerzfrei. Für seinen schmerzfreien, oftmals dummdreist anwanzenden Moderationsstil ist er bekannt. Damit hat er sich beim ZDF zur Marke gemacht. Die Marke ZDF wiederum ist an diesem Abend von Pro Sieben oder RTL längst nicht mehr so weit entfernt, wie die Senderverantwortlichen einen dies glauben machen wollen.” (FAZ)

„Wir gratulieren Markus Lanz und ZDF zu den Megaquoten zum Start von ‘Wetten, dass..?’ Lanz hat Gottschalk und Bohlen klar versenkt. Uns auch.“ (ProSieben via Twitter)

“Zwischendurch ist dem 43-Jährigen Südtiroler zwar merklich die Puste ausgegangen, doch aufgegeben hat er nie. Am Ende wurde sein Wille mit einer persönlichen Bestleistung belohnt, die durchaus Hoffnung macht auf seine künftige Performance. Die erste Etappe ist geschafft. Im Trainingslabor am Mainzer Lerchenberg wird man weiter an der Optimierung seiner Unterhaltungswerte arbeiten.” (Spiegel)

“Das Thema ‘Wetten, dass..?’ läuft seit Monaten heiß in den Medien. Für den ersten Abend gab es fast von jeder Zeitung Live-Ticker. Irgendwie interessierte dann doch jeden, ob der Lanz nun “Wetten, dass..?” den Todesstoß versetzt oder ob er die Sendung neu erfindet. Bei den Twitter-Kommentaren und in den meisten Live-Tickern wird munter gespottet. “Ist Campino eingenickt?” Oder: “Fernsehunterhaltung aus den 60er-Jahren”. (Berliner Morgenpost)

“Vor der Sendung hat Lanz angekündigt, „journalistischer“ fragen zu wollen als sein Vorgänger, sich mehr für die Wettkandidaten zu interessieren. Davon ist wenig zu merken. Seine Fragen sind allenfalls eitler: Seht her, wie toll ich mich vorbereitet habe! Die Antworten sind ihm genauso egal, wie sie Thomas Gottschalk egal waren.” (TAZ)

“Es war am späten Ende vieles wie bei Elstner. Manches wie bei Lippert (ja, dieses Kumpelige…), und natürlich eine Menge wie bei Thomas Gottschalk. Das Entscheidende aber war von Lanz. Der Einsatz, die Begeisterung, dieses: Ja, ich will. Und dann ist so eine Samstagabend-Show eben auf einmal doch ein bisschen mehr als nur Fernsehen von Gestern.” (Bild-Zeitung)

“Die Sendung ist dieselbe geblieben, es gibt ein paar Neuerungen wie die ‘Lanz Challenge’, in der der Moderator gegen einen zufällig ausgewählten Kandidaten aus dem Publikum antritt. Viele hatten vom sportlichen Moderator eine abenteuerliche Darbietung erwartet. Doch die Prüfung bestand schlicht daraus, möglichst viele Liegestütze mit einem Bierkasten auf dem Rücken zu absolvieren.” (Die Zeit)

“Markus Lanz – Der strebsame Junge im riesigen Show-Gewitter – Stark ist Lanz da, wo Gottschalk schon lange schwächelte: Der Sofa-Talk ist endlich wieder mehr als reines „CD in die Kamera halten“. Schwach ist Lanz da, wo Gottschalk selbst in seinen schwächsten Sendungen punkten konnte: im schnellen Punktlandungs-Witz, im spontanen Kalauern angesichts der Tücken eines TV-Abends.” (Focus)

“Mit einer leicht überzogenen Show trat er zumindest in dieser Beziehung in Düsseldorf bestens in die Fußstapfen seines Vorgängers Thomas Gottschalk (62), der zeitgleich in der Show “Das Supertalent” auf RTL zu sehen war. Der Debütant wirkte bei der Premiere am Samstagabend zunächst durch die Menge des Materials und die Vielzahl der Gäste überlastet. Erst im Laufe der Sendung befreite wurde er lockerer und gewann zunehmend an Sicherheit.” (Salzburger Nachrichten)

“Nervös, zeitweise desorientiert, wenig spontan. Kurz gesagt: Ein echtes erstes Mal. Seine Mannschaft machte es ihm aber schwer: Das Drehsofa und die Bühnenbauten machten die Laufwege für die Gäste ziemlich verwirrend, einmal flüchtete auch ein Kameramann zu spät aus dem Bild, es gab Tonprobleme bei der Außenwette.” (Badische Zeitung)

Fotos: ZDF/ Sascha Baumann