Mittwoch, 10. Oktober 2012, 15:25 Uhr

Fran: Oliver Koletzkis Gattin startet mit überzeugendem Album-Debüt durch

‚Are you ready for a journey into the mind of a girl who’s dedicated her heart to music?’, fragt Fran herausfordernd auf ‚May I Introduce Myself’, dem ersten Song ihrer Solo-Debüts ‘Frantastic’. Großartig vorstellen muss man Fran dem Kenner zeitgenössischer elektronischer Musik wohl kaum: die 33-jährige Psychologin ist für die verträumten House Kollaborationen mit ihrem Ehemann und renommierten Produzenten/ DJ Oliver Koletzki bekannt, mit dem sie Hits wie ‚Hypnotized’ und das erfolgreiche ‘Lovestoned’- Album schrieb.

Nun ist allerdings für die in Berlin, Bath und London aufgewachsene Gesangsautodidaktin die Zeit gekommen, ihr musikalisches Ich zu enthüllen und dem wilden Schaffensdrang freien Lauf zu lassen. So entstand ‘Frantastic’ fernab der Major-Label-Diktatur und in voller Selbstregie in Zusammenarbeit mit den Newcomer-Produzenten Oded K.dar (MiMi Müller-Westernhagen / Eddy Stevens – Moloko) und Martin Seyer (Krabbz Soundsystem).

Das Resultat ist eine beeindruckend persönliche Reise durch die Seele einer intelligenten, emotionsgefüllten Songwriterin, die durch eine überraschend vielseitige akustische Kulisse von Pop, Electronica und Folk in Szene gesetzt wird.

Der bereits erwähnte, enthusiastische Opener explodiert geradezu vor Farbe und Zuversicht. Hier schweben Frans Lyrics ätherisch über einen poppigen Electro-Beat und verkünden im Höhepunkt des Refrains ‚If you believe you can do anything!’ – ein do-it-yourself-Leitfaden mit leichtem Augenzwinkern, den Fran auf Frantastic gezielt verfolgt. ‚Sunglasses’ beginnt mit einem knackigen Downbeat über dem Frans betörende Stimme lyrisch die Spannung zwischen Anonymität und Preisgabe inmitten der Celebrity-Kultur betrachtet, angetrieben von einer energetischen Pianomelodie. Danach wendet sich Frantastic mit ‚Since You’ve Been Gone’ in eine organischere Richtung.

Jazzige Soulrhythmen sorgen für eine Ausgelassenheit, die mit dem Aretha Franklin inspirierten Trennungsszenario im Gegensatz steht. Der Refrain offenbart dann den Moment der Realisation, in dem die Erzählerin ihre Kraft und Unabhängigkeit beweist: ‚Since you’be been gone I’ve been hearing my soul’.

Ungezügelte 8-Bit Bleeps und durchbohrende Synthies läuten daraufhin die fantastisch federnden Beats von ‚Arcade Love’ ein, der sich um ein allseits bekanntes Phänomen dreht: man betritt einen Raum voller Menschen und plötzlich blickt man tief in die Augen eines vollkommen Fremden. Der elektrisierende Moment erscheint magisch wie eine mit Verlangen geladene Ewigkeit… bis er plötzlich wieder verfließt.

Auf ‚Frantastic’, dem Titel Song des Albums, zeigt Fran danach eine komplett neue künstlerische Facette – ihre oft lieblich feminine Stimme weicht einem toughen, entschiedenen Sprechgesang, der Frans Lebenseinstellung auf den Punkt bringt: ‚So I’ll keep rollin’ and creating ‘til the day that I drop and it’s the only thing I know that makes me high and makes me pop’. Die schrofferen Töne fließen direkt in den weich pulsierenden Beat des wundervoll runden ‚Zen Dance’, auf dem die zuckersüße Fran den Hörer geradezu hypnotisiert, während sie gleichzeitig den meist unbekümmert zelebrierten Hedonismus der Freierkultur in Frage stellt.

Musikalisch führt ‚The Spell’ die romantische Paarung von Piano und deepen Rhythmen fort, erzählt jedoch von dem erleichternden Moment, in dem man endlich über eine ehemalige Beziehung hinwegkommt. Während das humorvolle Gospel-Gerüst Frans Verkündung ‚I broke the spell you put on me’ gekonnt untermalt, betont das schnellere Tempo und bemerkenswerte Cello-Arrangement von ‚Down’ die bekräftigende Aussage im Kern des nächsten Songs: zieh mich nicht runter, denn ich werde meinen eigenen Weg gehen!

Das Solo-Album erscheint am 2. NBovember.