Mittwoch, 10. Oktober 2012, 13:09 Uhr

Pussy-Riot: Scharfrichter schickt zwei ins Straflager, eine Aktivistin kommt frei

Heute wurde das Urteil im Berufungsverfahren der russischen Punkband ‘Pussy Riot’ verkündet. Bandmitglied Jekaterina Samuzewitsch (30, Bildmitte) kommt demnach gegen Bewährungsauflagen frei. Die beiden Aktivistinnen Nadeschda Tolokonnikowa (22) und Maria Aljochina (24), beide Mütter, müssen für zwei Jahre in ein Straflager.

Die Frauen hatten zuvor eine Aufhebung der verhängten Strafe von jeweils zwei Jahren Straflager verlangt, die in der ersten Instanz im August verhängt worden war.

Die Verteidigung betonte Berichten zufolge, dass es für eine Verurteilung wegen Rowdytums und Verletzung religiöser Gefühle bei der Protestaktion im Februar in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau überhaupt keine Grundlage gebe.

In den staatlichen russischen Medien waren die Frauen als Schwerverbrecherinnen dargestellt worden. Wladimir Putin hatte am Montag im Interview mit dem Fernsehsender NTV laut dapd erklärt, dass er das Urteil gegen die Frauen für richtig halte. Dagegen nannte Ex-Kremlchef Dmitri Medwedew die Inhaftierung kürzlich “unproduktiv”.

Das Nachrichtenmagazin ‘Focus’ schrieb über die Straflager: “Persönliche Kleidung ist verboten. Ein Mal pro Monat dürfen die Frauen telefonieren, wobei das Gespräch auf maximal 15 Minuten begrenzt ist.”

Untergebracht seien die Frauen “in den meisten Fällen in Baracken mit 100 bis 120 Gefangenen. Der Tag beginnt um 6.00 Uhr, anschließend müssen sich die Häftlinge draußen zum Durchzählen versammeln. Nur wenn die Temperaturen unter minus 30 Grad fallen, findet die Zählung drinnen statt.”(KT)

Foto: wenn.com