Sonntag, 14. Oktober 2012, 10:47 Uhr

"Supertalent": Die Stimme von Milli Vanilli & ein alter "Wetten, dass...?"-Hase

Nachdem sich das ‚Supertalent‘ letzten Samstag „Wetten, dass ..?“ geschlagen geben mußte, schalteten gestern 5,45 Millionen ein, eine Million Zuschauer mehr als eine Woche zuvor.

In der gestrigen ‚Supertalent‘-Sendung gab es ein paar Überraschungen und eine davon ist sicherlich ganz besonders gut gelungen.

Charles Shaw sieht äußerlich bereits aus wie ein echter US-amerikanischer Superstar und in der Tat, der 52- jährige stammt eigentlich aus Texas. Während seiner Army-Zeit wurde der jetzige Castingshow-Kandidat in Deutschland stationiert und kehrte nicht wieder zurück nach Amerika. Er blieb in Deutschland und von diesem Moment an begann seine erfolglose „Erfolgsgeschichte“.

Mit geheimnisvollen Worten verkündete der Texaner, der jetzt in Mannheim lebt, dass man ihn eigentlich kennt und bereits so einiges in der Popmusikgeschichte  hinterlassen hat. „Dieter, du wirst es sofort erkennen,“ deutete er schelmisch an.

Dann begann der Musiker plötzlich aus mit einer äußerst markanter Stimme den Hit ‚Girl, You Know It´s True´zu singen, der einst Millli Vanilli einen riesigen Erfolg verschaffte. Und spätestens nach den ersten, gesungenen Tönen war klar, wer Charles Shaw eigentlich wirklich ist. Er gab dem skandalösen Discopop-Duos seine Stimme für den weltberühmten Song.

1990 kam der Betrug durch einen dummen Zufall raus, nämlich als bei einem Live-Auftritt das Playback-Band hängen blieb. Seitdem war klar, wer eigentlich für den riesigen Erfolg des Liedes zumindest stimmlich verantwortlich war. Produzent hinter dem Song war Boney-M-Erfinfder Frank Farian und Milli Vanilli mußten einen Grammy wieder zurückgeben. Der Rest ist Geschichte.

Dieter Bohlen war neugierig: „Da sind ja Multimillionen gemacht worden, wie viel von dem Geld ist bei dir gelandet?“. Nicht viel, so Charles Shaw. Auf die Frage Gottschalks, ob er sich betrogen fühle, gibt er zu: „Wenn man beobachtet, wie der Grammy überreicht wird, und man weiß, eigentlich ist das deine Stimme, das ist nicht schön.“Die Juryurteile: Michelle Hunziker: „Ich freu mich für dich: Jeder sollte eine zweite Chance bekommen. Ich fand’s ganz toll und bin schon jetzt ein Fan von dir.“ Dieter Bohlen: „Du hast eine prima Stimme, aber musst für dich eine musikalische Geschichte finden, die zu dir passt. Ich bin gespannt auf dich.“Heute kann Shaw seinen Ärger noch immer nicht unterdrücken. Obwohl er 1989 dafür unterzeichnete, für Milli Vanilli seine Stimme zu leihen, scheint er es bis heute zu bereuen, besonders weil auch finanziell nicht wirklich viel abfiel für das Gesangstalent. Dreimal Ja von der Jury brachten ihn zum Strahlen und man wird sehen, was er in der nächsten Show abliefern wird.

Natürlich darf ein herzerwärmender, überaus berührender und gefühlvoller Auftritt beim Supertalent nicht fehlen und auch gestern erreichte ein Kandidat wieder, dass das Publikum sich vor Rührung und Begeisterung kaum auf den Plätzen halten konnte. Emil Kusmirek kommt eigentlich aus Polen, doch ist nun seit einiger Zeit in Deutschland. Seinen Eltern hat er bis heute nichts davon erzählt, dass er schwul ist. Um Gottes willern, geht diese Leier wieder los!

Doch das ist nicht das einzige schwere Los in seinem Leben. Um im Deutschland über die Runden zu kommen, ohne ein Dach über dem Kopf, geschweige denn Geld in der Tasche, entschloss sich Emil zu einem Job als Callboy und verdiente sich so sein Geld auf die einfache Art. Inzwischen lebt er bei Freunden und hat dieser Tätigkeit angeblich für immer den Rücken gekehrt und tanzt jetzt lieber. In der gestrigen Folge tanzte sich der junge Pole mit einem Mix aus Hip Hop, Jazzballet und irischem Tanz in die Herzen der Zuschauer. Eigentlich hätte Emil den goldenen Buzzer verdient, doch immerhin schaffte es der talentierte Tänzer in die nächste Runde.

Und dann war da noch ein Mann, mit dessen Geschichte vor allem Branchenkenner einiges anfangen können: Gestern beim Supertalent, war „Reaktionskünstler“ Joe Alexander schon als Kandidat bei ‚Wetten, dass…?‘ und fing Pfeile mit der Hand. Damit kam er auch ins Buch der ‚Guinness World Records‘. Mehr noch: Mit seiner Hamburger Eventfirma bot er der Gottschalk-Wettshow regelmäßig Wetten gegen Honorar an, die er selber zuvor entwickeln ließ. Alexander schrieb dazu auf seiner Website: „Mein erster Einstieg bei „Wetten dass? war 1989 in Gottschalks 13. Sendung.“ Seitdem war er der Show über 22 Jahre verbunden.Dazu gehörte auch die Sprungstelzen-Wette von Samuel Koch, der damit im Dezember 2010 schwer verunglückte. Allerdings hatte sich Koch lange vor Ausstrahlung der Show von Alexander getrennt. Alexander perfektionierte seine Wetten mit einer Dramaturgie wie eine Zirkusnummer. In Erinnerung ist die Hula Hopp-Wette von Mallorca, wo im Mai 2010 Kandidatin Sabrina so tat, als hätte sie eine gebrochene Rippe und sich trotzdem einen 50kg Reifen um die Hüften schwang… Sie wurde Wettsiegerin.Und was machte der 45-Jährige (der 2001 seine ‚StuntFighterAcademy‘ gründete) gestern im ‚Supertalent‘? Er führte seine Pfeile-Nummer vor, die er schon 2007 bei ‚Wetten, dass..?‘ präsentierte und leitete das ganze erstmal mit einer Gesangsnummer ein:  „Mein Talent ist Gesang, aber vielleicht baue ich da noch etwas Mysteriöses, Spannendes ein.“ Soso. „Ich werde euch etwas vortragen, wofür ich lange geübt habe. Ich lebe von Shows und Unterhaltung, skurrile und extremen Sachen.“Übrigens: Nachdem sich das Supertalent in der letzten Woche „Wetten, dass ..?“ geschlagen geben mußte, schalteten die 5,45 Millionen ein, eine Million Zuschauer mehr als eine Woche zuvor. Fotos: RTL, RTL/Andreas FrieseAlle Infos zu ‚Das Supertalent‘ im Special bei RTL.de.