Dienstag, 16. Oktober 2012, 9:58 Uhr

Désirée Nosbusch: "Es dauerte lange, bis ich mich mochte"

“Ich bin eine echte italienische Mamma. Zuweilen bin ich auch etwas ‘overprotective’, wie man in Amerika sagt. Eine Glucke”, bekennt Désirée Nosbusch im Interview mit dem Frauenmagazin ‘Emotion’. “So wie ich als Zehnjährige am Abend in Luxemburg eine Abkürzung durch den Wald genommen habe, das würde ich bei meiner Tochter heute gar nicht zulassen”, sagt die Moderatorin und Schauspielerin.

Die 47-Jährige einstige TV-Ikone findet die Welt heute “brutaler”. “Mir hat man als Kind nie Drogen auf dem Schulhof angeboten, heute scheint das gang und gäbe zu sein. Selbst an Privatschulen, wo man richtig viel Geld dafür bezahlt, dass die Kinder gut betreut werden”, sagt die zweifache Mutter.

Die Wahl-Kalifornierin hat einen realistischen Blick auf die Welt. Auch in Sachen Patchwork-Familie hält sie nichts von “schönreden”: “Patchwork ist anstrengend. Und es ist auch nicht so, dass sich immer alle lieben. Es müssen sich lediglich alle respektieren”, so die Lebensgefährtin von Tatort-Star Mehmet Kurtulus (40) , der ebenfalls zwei Kinder aus einer anderen Beziehung hat. Die Beziehung zu dem Schauspieler stehe allerdings “gerade sehr auf dem Prüfstand”.

Die Familie war der Grund, warum der Fernsehstar die Pläne, nach Deutschland zurückzukehren, erst mal aufgeschoben hat. “Für mich war es gut, die Zelte hier nicht abzubrechen. Trotzdem bin ich mit Leib und Seele Europäerin”, sagt die gebürtige Luxemburgerin. Deshalb kann sie sich auch nicht vorstellen, in Amerika alt zu werden: “Alt und Hollywood, das ist wie Öl in Wasser. Das ergibt keine gute Mischung. Alt werde ich in Europa”, weiß die Tochter einer Italienerin und eines Luxemburgers.

Nosbusch ist vor den Augen der Öffentlichkeit groß und älter geworden. Mit 12 übernahm sie ihre erste Moderation. Mittlerweile blickt sie auf eine 35-jährige Moderationskarriere zurück. Trotz all ihrer Erfolge, sagt sie: “Es dauerte lange, bis ich mich mochte.” Sie musste erst 40 werden, um nicht mehr das Gefühl zu haben: “Mein Äußeres passt nicht zu meinem Inneren.”

Heute ist das Mutitalent auch als Produzentin und Regisseurin tätig. Moderieren bleibt weiterhin ihre Leidenschaft. Ihr Ritual vor jedem Auftritt: “Ich bin ein Mensch, der betet.” Fernöstliche Rituale wie Yoga sind dennoch nichts für den bodenständigen Star: “Dafür habe ich zu viele Hummeln im Hintern. Sobald ich im Schneidersitz sitze, überlege ich, wie ich die Buchhaltung mache oder was ich abends kochen soll”, so Désirée Nosbusch in dem Interview.

Foto: wenn.com