Mittwoch, 17. Oktober 2012, 15:15 Uhr

Jetzt kommt Charly Bravo: "Ich bin der Superheld, der ohne Pause feiern kann"

Falco war gestern, jetzt kommt Charly Bravo! Und was haben Monaco Franze, Baby Schimmerlos und Charly Bravo gemeinsam? Ihr bevorzugtes Jagdgebiet ist München und deren Bussi-Bussi-Gesellschaft!

Hat Helmut Dietl – der Erfinder von Franze und Schimmerlos – die Münchner Geschichten aus den guten, besseren und besten Kreisen geliefert und natürlich die Bilder dazu, so spinnt Charly Bravo die Geschichten weiter ins Hier und Jetzt und liefert mit “Die Lässigkeit des Seins“ den lange fehlenden Soundtrack.

Auf seinem ersten Album jongliert er gekonnt mit einem Mix aus musikalischen Kindheitserinnerungen der 1980er–Jahre, uniformen, stampfenden Four-To-The-Floor-Rhythmen und poppiger Elektronik! Charly Bravos Album “Die Lässigkeit des Seins” erscheint am 26. Oktober!

Doch ist die Frage nach Charly Bravo noch nicht endgültig beantwortet. Doch wer könnte dies besser tun, als er selber? „Ich bin der Superheld, der ohne Pause feiern kann“, hebt Charly Bravo an, „ich bin der, der die Sorgen der anderen gleich mit vergisst. Ich selber habe ja auch keine!“

Dabei hat er stets ein allem anderen untergeordnetes Ausstrahlungsziel: immer schön cool und lässig bleiben. Seine Sprache ist cool und lässig. Die Art, wie er ein Champagner-Glas hält, eine Zeitung oder die Sonnenbrille, ist nur cool und lässig. Sein ganzes Sein ist es. Von Grund auf.

„Logisch, was für eine Frage?“, grätscht Charly Bravo dazwischen, „warum sonst sollte mein Album auch den Titel ‚Die Lässigkeit des Seins’ tragen?“ Schon verstanden! Und natürlich gibt es auch einen Dresscode, wenn er sein höchstpersönliches Sittenbild aus München zeichne! t. „Ich trage nur echten Schick und feinsten Zwirn.

Smoking, Tuxedo, Cutaway oder Frack“, säuselt Charly Bravo leicht angenervt und blickt dabei mit ungezügelter Arroganz über den Rand seiner schneeweißen Sonnenbrille, „die Klassiker eben, die für alle gesellschaftlichen Tagesanlässe oder die laue Nacht an der Bar im Club.“

Wenn er hier so lapidar den begriff Club fallen lässt, geht es natürlich ums legendäre P1. Für Eingeweihte ist und bleibt es das Oanser. Dort ziehen er und der Rest der Schickeria seine Kreise. Hier knallen die Champagnerkorken und die weißen Linien werden gezogen. „Was willst du? Sehen und gesehen werden ist nun mal nicht billig!“

Und dort treten Charly Bravo und seine Mannen auch vorzugsweise auf. Natürlich! Wo sonst? „Der Laden ist eben cool, da passen wir rein“, grinst er breit, „mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

„Was München anbelangt, bin ich Sentimentalist. Ich liebe meine Stadt“, fällt er fast aus der Arroganzrolle, „in mir ist immer noch dieses Kind, das gebannt auf diese Großstadt starrt. Was ist München? Das will ich wissen. Und noch viel mehr. Wie muss diese Stadt im Lied klingen?“ Elektrodiscodancepop. Einsilbig, aber klar in der Aussage ist Charly Bravo auch bei der Charakterisierung seines Debütalbums. Dazu muss man wissen, über Charly Bravos Wiege hing kein Baby-Mobile, da drehte sich schon die Discokugel und im Babyfläschchen war nie Milch, da war damals schon Schampus drin. Nicht umsonst fordert er „Champagner für alle.“

Er jongliert gekonnt mit einem Mix aus musikalischen Kindheitserinnerungen der 1980er–Jahre, uniformen, stampfenden Four-To-The-Floor-Rhythmen und poppiger Elektronik. „Wenn es anders klingt, dann ist es für mich falsch“, lässt er kurzerh! and verlauten.

Dazu protokolliert Charly Bravo seine Begegnungen mit hübschen Mädchen, Models auf dem Catwalk und Biestern. Dabei ist er natürlich Charmeur par excellence. Charly Bravo eben! Und er redet nicht nur über „Die Lässigkeit des Seins“, er zelebriert sie! „Zu ihr habe ich eine richtige Liebesbeziehung“, kokettiert er, „sie ist, wie meine Geliebten.“ Spricht da etwa Charly Bravos Herz? Aber nicht doch. So etwas hat er nicht, weil er es nicht braucht. Liebe ist für ihn doch eh’ nicht mehr, als ein Wort.

Was München anbetrifft, so war die Stadt mit ihren Gestalten und dem Leben im ganz normalen Wahnsinn schon vielfach die Blaupause für den Rest der Republik, wenn nicht gar für die ganze Welt. Nicht nur Monaco Franze und Baby Schimmerlos haben von dort aus ihren Siegeszug angetreten. Auch Derrick und Der Alte. Was folgern wir daraus? Richtig! Charly Bravo und seiner Musik mit den liebevoll, hohnvoll ätzenden Texten steht das Tor zur Welt ebenfalls offen. Ganz weit! Und auch dem Champagnerkonsum wird eine nie geahnte Konsumwelle vorausgesagt. Denn eins muss klar bleiben, das Brot mag für die Welt sein, aber der Schampus bleibt hier! (Franz X.A. Zipperer)