Freitag, 19. Oktober 2012, 14:12 Uhr

Quentin Tarantino präsentiert "The Man with the Iron Fist"

Quentin Tarantino präsentiert mit ‘THe Man With the Iron Fist’ ein actiongeladenes Abenteuer, bei dem der kreative Kopf des Wu-Tang Clans, der Rapper und Produzent RZA, sein Regie-Debut feiert. Er ließ sich von Tarantino eigens im Filmemachen ausbilden.

Der Film kommt am 29. November in die deutschen Kinos. Wir haben die erstn Bilder.

Das Multitalent fungiert gleichzeitig als Regisseur, Hauptdarsteller und schrieb zusammen mit Eli Roth (Hostel, Cabin Fever) auch das Drehbuch. RZA als ausgewiesener Kenner und Martial-Arts-Fan seit Kindertagen, drückt dem Film seinen unnachahmlichen Stempel auf und erschafft auf diese Weise ein virtuoses Kung-Fu-Epos mit bildgewaltigen Kampfchoreografien und spektakulären Actionszenen, die in dieser Form noch nie auf der großen Leinwand zu sehen waren.

Und darum geht’s: Ein abgelegenes Dorf im feudalen China des 19. Jahrhunderts: rivalisierende Clans zwingen einen geheimnisvollen Fremden (RZA) seine besonderen Fertigkeiten in der Schmiedekunst einzusetzen, um ausgefallene Waffen anzufertigen. Als eines Tages der berüchtigte Jack Knife (Russell Crowe) im Dorf auftaucht, eskaliert die Situation. Eine große Ladung Gold führt zum offenen Konflikt zwischen den verfeindeten Gruppen, bei dem ebenfalls Madame Blossom (Lucy Liu) und ihre Freudenmädchen ein gehöriges Wort mitreden. Dem Schmied bleibt nun keine andere Wahl, als all sein Können einzusetzen, um sich und die Dorfbewohner gegen eine übermächtige Bedrohung zu verteidigen.

Bevor er die Welt unter dem Namen RZA eroberte, wuchs Robert „Bobby“ Fitzgerald Diggs in New York City als begeisterter Fan von Kung-Fu-Filmen auf. In den späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahren ließ er sich keinen Film entgehen, die dem Wuxia-Genre (Filme mit chinesischen Kampfkünstlern in den Hauptrollen) und des Jidaigeki-Genre (japanische Historienfilme, in denen Geschichten über Handwerker, Bauern, Samurai und Händler erzählt werden) zuzuordnen waren. Man könnte so weit gehen zu sagen, dass der Junge, der später der Grammy-Award-prämierte Anführer des berüchtigten Wu-Tang Clan werden sollte, die Martial-Arts-Filme der Shaw Brothers über einen Großteil seiner Kindheit hinweg förmlich in sich aufsaugte.

RZA erklärt, was ihm dieses alternative Universum bedeutete: „Martial-Arts-Filme beeinflussen mich, seitdem ich neun Jahre alt war. Damals sah ich erstmals Kung-Fu-Filme und Karatestreifen im St. George Theatre in Staten Island. Es war ein Double-Feature, das sich unauslöschlich in meine Erinnerung eingebrannt hat. Der erste Film nannte sich ,Bruce Lee – Die Faust des Drachen’ mit Bruce Lee als Kato, der andere war ,Black Samurai’ mit Jim Kelly.“

Nach Soundtracks zu Quentin Tarantinos „Kill Bill“ und Jim Jarmuschs „Ghost Dog – Der Weg des Samurais“ ist RZA auch für die Musik seines Kung-Fu-Actionepos verantwortlich, bei dem er u.a. von Größen wie Kayne West, Talib Kweli, Wiz Khalifa oder den Rockern von The Black Keys unterstützt wurde. Auf diese Weise sprengt RZA mit seiner außergewöhnlichen Vision alle Grenzen und hebt THE MAN WITH THE IRON FISTS auch musikalisch auf eine neue Ebene.

Der ungewöhnliche Score von ‘The Man With the Iron Fist’ vermischt nahtlos Hip-Hop und klassischen Soul. RZA baute dafür auf seine Freunde und Mitstreiter aus dem Musikgeschäft und sicherte sich für den Soundtrack Lieder von angesagten Künstlern wie der Rockband The Black Keys, preisgekrönten Rappern wie Kanye West und Wiz Khalifa, Musik von Stax, der berühmten amerikanischen Plattenfirma, die Geschichte schrieb mit der Entwicklung von Southern Soul und den verschiedenen Spielarten des Memphis Soul, Musiklegenden wie Isaac Hayes und selbstverständlich des legendären Wu-Tang Clan.

„Isaac Hayes war mein Mentor. Ich verbrachte drei Jahre mit ihm und ließ mir von ihm Musiktheorie beibringen und nahm ein paar Sachen mit ihm auf“, erzählt RZA. „Er stellte mir die Leute von Stax vor, und sie kamen an Bord, um uns zu helfen. Das Label stellte mir etwa zehn seiner berühmtesten Songs zur Verfügung, darunter Lieder von William Bell, Isaac Hayes und Mable John, die wir für den Film neu orchestrierten.“

Bevor er mit der Postproduktion des Films begann, hatte RZA gerade eine Zusammenarbeit mit Kanye West abgeschlossen. Der Regisseur sagt: „Nach dem Erfolg von ,Dark Fantasy’ lud ich ihn in den Schneideraum ein. Ich zeigte ihm die Szene mit den Mädchen von Madame Blossom im Badezuber, und er stellte uns für den Film den Song ,White Dress’ zur Verfügung.“

Für das Design des Actionfilms wandten sich die Filmemacher an Szenenbildner Drew Broughton, der bei Filmen wie „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten“, „The Expendables“ und „Austin Powers in Goldständer“ als Art Director mit an Bord gewesen war. Sie kamen überein, dass der Film den Exzess von französischem Barock mit traditioneller chinesischer Architektur vermischen sollte. Weil das Zentrum der Geschäftigkeit im Jungle Village das Pink Blossom ist, sollte das Bordell Vorlage für die Designentscheidungen sein, die für den Film getroffen werden mussten.

Anders als die meisten Studiobühnen bestanden die Kulissen in den Fangyan Shiguliao Studios, Hengdian World Studios und Shanghai Image Maker aus kompletten Innen- sowie kompletten Außensets. Das gab RZA und der Crew seines Kameramanns Chan Chi Ying die Möglichkeit, außerhalb eines Gebäudes zu drehen und jederzeit ins Innere derselben Struktur zu schwenken. Weil man innerhalb eines ästhetischen Rahmens arbeitete, den man mit der Welt eines Comics vergleichen könnte, dienten die Möglichkeiten, die Sets so realistisch wie nur möglich zu gestalten, als reizvoller Kontrast.

Fotos: Universal Pictures