Donnerstag, 03. Januar 2013, 19:14 Uhr

Wladimir Putin schenkt Gerard Depardieu russische Staatsbürgerschaft

Kreml-Chef Wladimir Putin (60) hat allen Ernstes dem französischen Star-Schauspieler Gerard Depardieu die russische Staatsbürgerschaft per Dekret verliehen. Das verkündete der Kreml heute auf seiner Website.

Obwohl nicht mal bekannt ist, ob die 63-jährige Filmlegende jemals danach gefragt hat, erklärte sich der russische Staatspräsident im letzten Monat bereit, den Schauspieler herzlich willkommen zu heißen.

Depardieu hatte sich bis jetzt nicht dazu geäußert und aus dessen Umfeld wurde das hier bekannt: Ein Assistent des Franzosen dementierte, dass die Filmlegende jemals einen Antrag auf Einbürgerung gestellt hatte.

Die französische Tageszeitung ‘Le Monde’ hatte berichtet, dass Depardieu seinen Freunden erzählte, nach Belgien, wo er ein Haus besitzt, oder nach Montenegro umzuziehen. Er deutete allerdings auch eine Flucht nach Russland, um Frankreichs neue Reichen-Steuerregelung zu entgehen, die bis auf 75 Prozent angehoben werden wollten. Daraufhin zog Depardieu ins sein Anwesen nach Belgien, einen Steinwurf von der französischen Grenze entfernt.

UPDATE: Wie ‘DiePresse.com’ berichtet, bestätigte der 64-jährige Schauspieler selbst in einem Brief, dass er seine Nationalität wechseln und nicht länger Franzose sein wird. Stattdessen winkt ihm ein russischer Pass. “Ja, ich habe diese Anfrage auf einen Pass gestellt und ich bin erfreut, dass meiner Bitte stattgegeben wurde”, wird er von dem Staatsfernsehsender Erster Kanal zitiert.
Weiter heißt es, dass Depardieu nun Russisch lernen wolle. “Mein Vater war Kommunist und hat Radio Moskau gehört. Das ist ein Teil meiner Kultur”, so der Filmstar dazu.

Die ‘Mittelbayrische Zeitung’ schreibt: Der Fall Depardieu offenbart die Doppelmoral in der Steuerfrage: Öffentlich schimpfen die Franzosen über das “unpatriotische” Steuerexil. Selbst tun viele aber alles, um ihr Einkommen vor dem Fiskus zu schützen. Denn der ist nach französischem Verständnis der Feind – und Steuerhinterziehung eine Art Notwehr. Wieviel Steuerflüchtlinge Frankreich verlassen haben, ist unbekannt. Es ist aber nicht ungewöhnlich, dass sich Firmenchefs nach Belgien absetzen, Spitzenmanager nach London abwandern und betuchte Rentner in die Schweiz ziehen. 2010 – vor den neusten Steuererhöhungen – verließen 717 Vermögenssteuerpflichtige das Land.

Foto: wenn.com