Samstag, 05. Januar 2013, 13:24 Uhr

Oliver Pocher: Heftige Kritik an seiner neuen Spielshow

Oliver Pocher (34) fliegt seine gestrige Eventshow ‘Alle auf den Kleinen’ um die Ohren, Kritiker lassen kein gutes Haar an der RTL-Eventshow, die fast vier Stunden dauerte.

Dem Sender kann es fast egal sein, der Marktanteil war vergleichsweise super: Insgesamt sahen durchschnittlich 3,95 Millionen Zuschauer am Freitagabend zu. RTL erreichte 21,1 Prozent beim jungen Publikum, der sogenannten werberelevanten Zielgruppe im Alter von 14 bis 49 Jahren.

‘Die Welt’ schreibt: Das Konzept hat RTL bei ProSieben abgekupfert. Aus “Schlag den Raab” wurde “Hau den Pocher” – mit dem Unterschied, dass der Prügelknabe nicht gegen einen Gegenkandidaten antritt, sondern gegen ein Team, bestehend aus einem Unfallarzt, einem Polizeibeamten und einem weiblichen Konditionswunder.

Die Bilanz des ‘Spiegel’: Das Konzept ähnelt schon auffällig dem von “Schlag den Raab”: ein prominenter Gegner, ein moderierender Zeremonienmeister (mit Sonja Zietlow hier eine Meisterin), ein Sportreporter als Kommentator und die exorbitante Länge der Sendung.

Resümee der ‘Süddeutschen Zeitung’: “Weil Pocher aber in den vergangenen 14 Jahren Fernsehkarriere nicht so viel anderes gelernt hat, will RTL offenbar noch ein letztes Mal versuchen, ob da nicht doch noch was rauszuholen ist.”

Die ‘Bild’-Zeitung hält dagegen: “Ist Oliver Pocher der bessere Stefan Raab? Die Quote sagt Ja. In bislang 38 Ausgaben „Schlag den Raab“ konnte Raab nur zweimal höhere Quoten (April und September 2010) einfahren als Oliver Pochers Showpremiere.”

Und das Fazit des Berliner ‘Tagesspiegel’ lautet: “Pocher tritt gegen drei Kandidaten in unterschiedlichen Spielen an – aber woraus Stefan Raab die zurzeit beste Samstagabendunterhaltung gemacht hat, daraus macht Pocher ein Vierstundenungetüm ohne Sinn und Verstand, bei dem alle Beteiligten nur ihre Fernsehuntauglichkeit beweisen.”

Oliver Pocher stellte sich in ‘Alle auf den Kleinen’ gleich drei größeren Gegnern. Mit Köpfchen und Körperkraft musste der Kleine mit der großen Klappe beweisen, dass er nicht nur gut austeilen, sondern auch viel einstecken kann. Sandra Unger (23, 179 cm) aus Leipzig (Arbeitsvermittlerin in einem Jobcenter), Philipp Klee (29, 188 cm) aus Stutensee (Polizeibeamter, Polizeihundeführer) und Knut Höhler (29, 189 cm) aus Göttingen (Doktorand der Medizin) spielten in einem Spieleparcours der Extraklasse gegen Einzelkämpfer Oliver Pocher (34, 173 cm). Moderiert wurde die neue Show von Sonja Zietlow (44).

Im Finalspiel trat Knut Höhler in einem atemberaubenden Showdown alleine gegen Oliver Pocher an (zuvor hatten sich Sandra Unger und Philipp Klee auf Knut Höhler als Finalist geeinigt. Sandra Unger und Philipp Klee gewannen so jeweils 10.000 Euro). Im direkten Duell entschied der Doktorand der Medizin das spannende Finalspiel für sich, besiegte Oliver Pocher und gewann 80.000 Euro. Knut Höhler: “Es waren harte Spiele und Oliver Pocher war ein starker Gegner. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es schaffen würde. Ich freue mich über den Sieg und fahre vom Gewinn zum Kitesurfen nach Hawaii.”

Fotos: RTL / Stefan Gregorowius