Mittwoch, 09. Januar 2013, 12:10 Uhr

Samuel L. Jackson spricht offen über den Rassismus in Hollywood

Im neuen Quentin Tarantino-Western „Django Unchained“ (Kinostart 17. Januar) begegnen sich Samuel L. Jackson und Jamie Foxx als harte Gegner. Privat schätzen sich die beiden afroamerikanischen Schauspieler hingegen sehr und verspüren keine Rivalität: „Es ist eher Hollywood, das versucht, Schwarze gegeneinander auszuspielen“, betont Samuel L. Jackson jetzt im Interview mit dem Männer-Stil-Magazin GQ Gentlemen’s Quarterly.

Er kritisiert, dass die Hautfarbe im Filmbusiness noch immer eine zu bedeutende Rolle spiele: „Sie suchen täglich nach dem neuen Brad Pitt oder dem neuen George Clooney. Aber nicht nach dem neuen Jamie Foxx“, so der 64-Jährige.

Um in Hollywood erfolgreich zu sein, müsse ein dunkelhäutiger Schauspieler einiges aushalten können, so Jackson: „Dass sein Charakter auf Seite 30 des Skripts erschossen wird. Oder schon auf Seite 15. Also sehr früh. Ich habe solche Rollen trotzdem angenommen. Ich wollte drehen. Wer schlau ist, baut darauf seine Karriere auf. Einige meiner Kollegen waren mit der Zeit über diesen Zustand verbittert. Ich nicht.“

Außerdem komme in der US-amerikanischen Filmindustrie eine bizarr anmutende Systematik bei der Rollenvergabe zum Einsatz, so Jackson im Interview mit GQ: „Es gibt in Hollywood die ‚schwarze Liste‘. Denzel Washington steht da ganz oben drauf, er bekommt als Erster Rollenangebote, wenn es darum geht, einen Schwarzen zu spielen. Ich übernahm früher oft Rollen, die für Denzel geschrieben waren und die er aus Zeitgründen nicht annehmen konnte.“

„Ich wollte in ‚Django Unchained‘ den bösesten Schwarzen aller Zeiten spielen“, beschreibt Samuel L. Jackson seine Rolle als Sklave Stephen in Tarantinos Film. „Meine Figur soll einen Weltrekord in Bösesein aufstellen!“, so der Schauspieler und ergänzt: „Aber natürlich möchte ich auch zeigen, dass es Sklaverei in Amerika gab. Und dass der Besitz jeder reichen weißen Familie in diesem Land auf dem kaputten Rücken von Schwarzen errichtet wurde. Die Leute haben das vergessen. Und die Familien mit sogenanntem alten Geld haben sich nie entschuldigt.“

Fotos: SonyPictures