Donnerstag, 10. Januar 2013, 22:35 Uhr

Christoph Waltz: "Ich vermeide es, meine Wirkung zu analysieren"

Oscar-Preisträger Christoph Waltz, der heute zum zweiten Mal für einen Oscar nominiert wurde, will sich nicht vor den Kommerzkarren sperren lassen.

Seit Quentin Tarantinos Film „Inglourious Basterds“, für den er seinen ersten Oscar als bester Nebendarsteller erhielt, ist Christoph Waltz eine feste Größe in Hollywood. Am 17. Januar startet nun mit „Django Unchained“ ein neuer Tarantino-Film mit Waltz in einer der Hauptrollen.

Dass er sich trotz seines Ruhms nicht zu sehr vermarkten will, macht der Schauspieler im Interview mit dem Männer-Stil-Magazin GQ Gentlemen’s Quarterly deutlich: „Ich bin nicht von großen Entouragen und Firmengehabe begeistert. Das muss jeder machen, wie er glaubt. Ich bin aber nicht gewaltig und attraktiv genug, um ein eigener Brand oder eine Corporation zu sein. Ich bin Schauspieler, und aus. Jedenfalls keine Firma, ich will mich nicht über Gebühr vermarkten oder kommerzialisieren.“

Nach seiner Oscar-Auszeichnung entwickelte sich Christoph Waltz dank selbstironischer und heiterer Auftritte zum Talkshow-Liebling im amerikanischen Fernsehen. Im Interview mit GQ kommentiert der 56-Jährige dies wie folgt: „Das nehme ich mir heraus. Sonst wäre es unerträglich, wenn ich nur noch der Flipperball in der Maschine bin, der von Strategen herumgeballert wird. Es ist mein Leben, das ich in dieser Karriere verbringe. Darüber bestimme ich schon selbst.“

Dass ihm nicht nur die Herzen der Amerikaner zufliegen, sondern er auch hierzulande viel Sympathie genießt, bewertet Waltz sachlich: „Ich habe mir nie den Kopf darüber zerbrochen. Ich vermeide es, meine Wirkung zu analysieren, das fühlt sich seltsam und falsch an. Aber mich macht die Sympathie sehr froh. Weil es so kein Bergaufwärtsgefecht ist. Ich habe Rückhalt und Wohlwollen, das ist ein schöner Zustand. Vielleicht kommt es daher, weil ich mich benehmen kann.“

Mittlerweile fühlt sich der österreichische Charakterdarsteller, der auch Cover-Mann der aktuellen GQ-Ausgabe ist, in den USA angekommen: „Ich habe hier vor Jahren bei Lee Strasberg studiert, ich war persönlich mit dem Land verbunden, weil mit einer Amerikanerin verheiratet. Es war ein sanfter Übergang. Nach 30 Jahren Verbundenheit ist der Kulturschock weniger spürbar.“