Sonntag, 13. Januar 2013, 12:23 Uhr

Nastassja Kinski über ihren berühmten Vater Klaus: "Er war ein Tyrann"

Nachdem Pola Kinski (60) mit aufsehenerregenden Enthüllungen über Vergewaltigungen ihres Vaters an ihr an die Öffentlichkeit ging, meldet sich nun auch ihre berühmte Schwester Nastassja Kinski (51) zu Wort.

Sie habe von dem Buch und den Anschuldigungen, die Pola Kinski in dem neuen Buch “Kindermund” erhob, erst aus den Medien erfahren, da sie ihre Schwester schon “20 Jahre oder länger” nicht mehr gesehen habe. “Wir haben mal am Telefon gesprochen”, sagte Nastassja im Gespräch mit ‘Bild am Sonntag’.

Über ihren Vater, den schauspielernden Egozentriker und Choleriker Klaus Kinski sagte sie: “Er war kein Vater. 99 Prozent der Zeit hatte ich fürchterliche Angst vor ihm. Er war so unberechenbar, hat die Familie immer terrorisiert. Man wusste nie, wann er wieder einen seiner Wutausbrüche bekommt. Manchmal hat er aus unerfindlichen Gründen alles, was ihm in die Finger kam, an die Wand geworfen und so laut geschrien, dass ich jedes Mal erschrocken bin.”

Sie habe sich “so sehr nach einer richtigen Familie gesehnt”. Jedoch habe sie ihr Vater “ja nicht einmal gefragt, wie es uns geht, ob es uns warm oder kalt war oder ob wir glücklich sind. Nichts. Er kam nach Hause und tobte wegen jeder Kleinigkeit herum. Er war ein Tyrann.”

Geschlagen habe er seine Kinder nie, “aber niederträchtig beschimpft”, fügte sie hinzu. Kinski habe sich jedoch nicht an ihr vergangen, erklärte die Schauspielerin dem Blatt: “Er hat es versucht. Er hat mich immer viel zu sehr angefasst, mich ganz eng an sich gedrückt, sodass ich dachte, ich könnte nicht herauskommen. Damals war ich vier oder fünf Jahre alt, und wir lebten in München. Er hat mich auf die Wange geküsst, doch es fühlte sich nicht gut an. Es hat mir Angst gemacht.”

Die Schauspielerin hatte ihre größten Erfolge in den späten 1970ern und 1980ern hatte. 1982 drehte sie u.a. mit Francis Ford Coppola. 1985 spielte sie an der Seite von Al Pacino in dem Historien-Film ‘Revolution’.

Fotos: WENN.com, Stefan Klüter/Insel Verlag