Donnerstag, 17. Januar 2013, 21:34 Uhr

Faszination Schweden-Thriller - wer steckt eigentlich hinter "Lars Kepler"?

Die “Millennium-Trilogie” von Stieg Larsson – “Verblendung”, “Verdammnis” und “Vergebung” – gehören mit 30 Millionen verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten nordischen Krimis überhaupt. Und auch die Verfilmungen, die 2009/10 in die Kinos kamen, wurden zu internationalen Publikumserfolgen.

Ende 2011 kam David Finchers US-Remake von “Verblendung” mit Daniel Craig und Rooney Mara ins Kino; Mara wurde sogar für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert.

Inzwischen dominiert eine “zweite Generation” von erfolgreichen Kriminalschriftstellern, die Kriminalromane mit einer markanten Ermittlerfigur etablieren. Auch Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril, die unter dem Pseudonym “Lars Kepler” ihre Kriminalromane gemeinsam schreiben, haben die Reihe um den Stockholmer Kommissar Joona Linna auf acht Bände angelegt, von denen “Der Hypnotiseur” der erste ist.

Als “Der Hypnotiseur” (siehe unsere Fotos) in Schweden erschien, war das Geheimnis um das Pseudonym des Ehepaars Ahndoril noch nicht gelüftet. Die beiden Autoren hatten sich den Kunstnamen zugelegt, um ihre gemeinsamen Werke deutlich von ihren eigenen Büchern abzusetzen. Jedoch führte der enorme Erfolg des Buches dazu, dass die schwedische Zeitung “Aftonbladet” ihrer Identität schließlich auf die Spur kam.

Der Name “Lars Kepler” ist eine Hommage an den schwedischen Kriminalautoren Stieg Larsson und an den Astronomen Johannes Kepler, der die Gesetze der Planetenbewegung entdeckte.

Eine der Inspirationsquellen der Ahndorils sind Kinothriller. Sie haben es sich zur Gewohnheit gemacht, seit bald 20 Jahren täglich mindestens einen Film zu schauen.

“Wir haben uns stark vom Film und seinem besonderen Tempo inspirieren lassen. Die Herausforderung war, dieses spezielle Tempo und die Anregungen von Filmen in geschriebenes Wort umzusetzen. Wir halten das Präsens für eine Art cineastische Sprache. Es geschieht in dem Moment, in dem man es sieht. Das ist es, was wir mit unserem Buch transportieren wollen: das Gefühl, dass man selbst mitten in der Handlung ist und alle Personen direkt anschaut. Es soll – ein bisschen wie ein Thriller – in dem Moment geschehen, in dem man es liest. Man kann sich unsichtbar in der Szenerie bewegen, von Raum zu Raum gehen, während die Handlung geschieht. Wenn man herkömmliche Krimis liest, ist man gewissermaßen sicher, da alles ja bereits passiert ist. Es ist aufregender, mittendrin zu sein.”, schrieb ‘krimi-couch.de’.

Basierend auf dem erfolgreichen Roman inszenierte nun Meisterregisseur Lasse Hallström (Foto ganz unten) “Chocolat”, “Schiffsmeldungen”, “Gottes Werk und Teufels Beitrag”), der nach 20 Jahren in Hollywood erstmals wieder in seinem Heimatland Schweden Regie führte, die mitreißende Geschichte um Kommissar Joona Linna.

“Der Hypnotiseur” ist ein hochspannender skandinavischer Thriller, prominent besetzt mit Mikael Persbrandt (“In einer besseren Welt”, “Kommissar Beck”) und Lena Olin (“Die neun Pforten”), von den Produzenten von “Wie im Himmel” und “Gilbert Grape.

Und darum geht’s: Weihnachten steht in Stockholm vor der Tür. Ein plötzlicher Anruf reißt Erik Maria Bark (Mikael Persbrandt) schlagartig aus dem Schlaf. Kriminalkommissar Joona Linna (Tobias Zilliacus) bittet ihn, einen Jungen unter Hypnose zu verhören, dessen Familie kurz zuvor brutal ermordet aufgefunden wurde. Widerwillig lässt sich Bark auf die Sache ein.

Was er dabei erfährt, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren…

Fotos: Prokino