Dienstag, 22. Januar 2013, 17:19 Uhr

Das hier ist Dagobert, der neue Schnulzensänger aus den Bergen

Ein Mann, ein Gefühl. Liebeslieder, wohin man hört.

Man ertappt sich dabei, dass einen hier etwas anrührt, was keine zweite oder dritte Ebene hat. So etwas gab es doch noch nie: Wünsche nach einem Haus und Garten voller Kinderlein, die EINE Frau, die man immer liebt, die Sehnsucht, die Romantik. Und das vorgetragen mit einem Akzent, den man nicht recht ein zu ordnen weiß. Er kommt ja aus der Schweiz der Mann und hat seinen Nachnamen vergessen.

Da könnten wir eigentlich nachhelfen… Dagobert spielte letztes Jahr eine kleine Rolle in dem Low Budget-Film ‘Berlin für Helden’ von Klaus Lemke.

Egal, Dagobert klingt mal nach einem Wiener oder auch nach einem Holländer. Seltsam.

Seltsam auch die vielen Geschichten, die ihn umgeben. Ist doch alles ausgedacht, möchte man rufen. Wer ist denn dieser Kerl, dieser Dagobert?

In jungen Jahren mit recht viel Geld in den Taschen nach Berlin gekommen, alles verprasst, sich dann mit gebrochenem Herzen in die Schweizer Berge zurückgezogen. Sich 5 Jahre lang Einsamkeit, Hunger und sogar Durst ausgesetzt. Reingeprügelt.

Mächtige Menschen von mächtigen Plattenfirmen bestiegen die Berge. Sie hatten mal den einen oder anderen Song gehört und Witterung aufgenommen. Doch Dagobert fühlte sich unverstanden und so kugelten sie den Berg wieder hinunter.

Irgendwann reichte es dann, mit sehr vielen Liedern im Gepäck ging es zurück nach Berlin. In das Hinterzimmer eines Cafés, welches ganz angenehm zum Wohnen diente. Denn Geld war nun nicht mehr vorhanden. Und arbeiten, für Lebensraum, Kleidung, Blumensträuße oder Chips. Nein, dieses hatte sich Dagobert geschworen, wollte er niemals tun.

Aber so sitzend im Café, so aussehend wie eine Mischung aus Astronaut und Dandy, so voller Musik, es lag in der Natur der Dinge, dass irgendwann die richtigen Menschen kamen.

Im Jetzt also gibt es dieses Album. Elf Songs. Nicht gleich. Aber bald. Am 14. April kommt es raus!

Dagobert fuhr nach Mannheim und blieb dort für eine Weile im Keller von Markus Ganter (Produzent von u.a. Sizarr, Muso). Zusammen haben sie die Lieder vergoldet, zerknittert und modernisiert. Eine so erstaunliche wie phantastisch gute Zusammenarbeit. Da wurde nichts glattgebügelt oder ordinär aufgebauscht. Jeder einzelne Song spricht nun eine eigene Sprache. Alle gemeinsam sind Dagobert.

Und wir wünschen uns, dass es den verehrten Lesern genau so ergehen wird wie uns: irritiert von dem direkten Griff nach dem Herzen, dann aufatmend und dankbar. Das man das noch erleben darf.

Fotos: Fabian Frost