Mittwoch, 23. Januar 2013, 12:11 Uhr

Hape Kerkeling: Der Grund für seine lange Fernsehpause ist auch ein Album

Am 2. Februar tritt Hape Kerkeling wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Dann moderiert er die 48. Verleihung der ‘Goldenhen Kamwra’ in Berlin (ZDF, 20.15 Uhr). Es ist seine erste Moderation nach einem Jahr Fernsehpause: “Die Goldene Kanmera ist immer wie eine große Wundertüte. Ich begegne den Größten der Großen auf der Bühne”, sagt der 48-Jährige jetzt im Interview mit der Programmzeitschrift ‘Hörzu’.

“Nach einem Jahr Fernsehabstinenz ist es so, dass ich mich frage: Kann ich das noch? Und das wird sich in den ersten drei Minuten zeigen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass es einigermaßen wird.” Vor jeder Sendung überlege er sich, was er selber auf der Bühne machen könne, und verrät: “Da haben wir in diesem Jahr noch originellere Ideen als im letzten.”

Der 48-Jährige spricht offen über den Grund seiner Fernsehpause: “Ich mache diesen Beruf seit 29 Jahren, und um sich diese Leidenschaft zu erhalten, muss ich mich zwischendurch rausnehmen, um wieder richtig Lust auf das zu haben, was ich da auf der Bühne treibe.” Es ist aber nicht so, dass er sich in der Zeit zurückgelehnt hat: “Ich arbeite an einem Buch, das irgendwann mal erscheinen wird. Und ich mache Musik. Für mich selber. Ich komponiere.

Im Prinzip ist im Sommer ein ganzes Album entstanden.” Er lässt offen, ob es jemals veröffentlicht wird. Der Moderator sieht die Auszeit als Geschenk: “Das ist ein großer Luxus, für den ich sehr dankbar bin.” Ihm gehe es vor allem darum, sich zeitweise aus der Öffentlichkeit herauszunehmen. “Ich habe es selbst satt, ständig etwas über mich zu lesen. Ich gehe mir selber auf den Keks. So finde ich den Abstand zu der Medienfigur, die ich darstelle. Ich bin nicht mein Image. Das ist vielleicht Teil meiner Person, aber ich bin nicht nur das. Um mich da wiederzufinden, brauche ich zwischendurch eine Pause.”

Hape Kerkeling verrät, dass es nicht mehr viele solcher großen Auftritte wie die Moderation der 48. Goldenen Kamera geben wird. Er bestätigt, dass er mit 50 Jahren aufhören will – das wäre im Dezember 2014. “Ich werde natürlich weiter arbeiten, und man wird mich hier und da im Fernsehen und auch irgendwo im Kino vielleicht noch sehen, aber dass ich dann noch große Showreihen moderiere, halte ich für ausgeschlossen.”

Aus seinem Alltag erzählt er, dass die Digitalisierung für ihn nicht nur ein Segen ist: “Wenn ich in einer Pizzeria sitze, muss ich damit rechnen, dass ein Foto gemacht wird, und es landet bei Twitter oder Facebook. Ist schon oft genug passiert. Das sind Momente, in denen ich denke: Ja, der alte, kluge Gottschalk hat das schon richtig gemacht, als er in die USA gezogen ist.” Hat Hape Kerkeling selbst mal darüber nachgedacht, ins Ausland zu ziehen? “Ich habe das mal probiert, aber es geht nicht. Ich kriege Heimweh und will zurück.” Er habe Sehnsucht nach “ganz simplen Dingen: Menschen, Brot, Leberwurst, Schnee, Kirchenglocken”. (ots)

 

Foto: WENN.com