Mittwoch, 23. Januar 2013, 11:54 Uhr

Karl Lagerfeld setzt sich auf Pariser Fashion Week für Schwulen-Ehe ein

Karl Lagerfeld setzte bei der gestrigen Chanel-Modenschau bei der Pariser Fashion Week ein Statement und sprach sich für die in Frankreich umstrittene Einführung der Schwulen-Ehe aus. Der Modezar ist dafür bekannt, gerne einmal auch heikle Theman anzusprechen und nicht immer den Weg des geringsten Widerstands zu wählen. So nutze er die Gelegenheit, dass alle Augen der Mode- und Journalistenwelt auf ihn gerichtet waren, um für diese persönliche Herzensangelegenheit eine Lanze zu brechen. Zu diesem Thema hatte er sich bisher dezent im Hintergrund gehalten.

Wie es die Chanel-Tradition verlangt, ist der Höhepunkt zum Abschluss einer Modenschau die Präsentation des Brautkleids. Chanel-Chefdesigner Lagerfeld ließ diesmal gleich zwei Bräute über den Runway laufen – Hand in Hand mit dem vierjährigen Patenkind des Modeschöpfers an ihrer Seite. Die Inszenierung war als Plädoyer für die gleichgeschlechtliche Ehe zu verstehen.Der 79-Jährige dazu: “Warum können Menschen, die zusammenleben, nicht den gleichen Status haben wie verheiratete Bürgerliche?” “Ich verstehe diese Diskussion in Frankreich nicht, da Staat und Kirche seit 1904 voneinander getrennt sind.”

Aber auch wenn Lagerfeld (der im Gesicht wieder etwas fülliger scheint) voll und ganz hinter dieser Gleichstellung steht sieht er das Thema “Kinder bei homosexuellen Paaren” doch ein wenig differenzierter. Künstliche Befruchtung lehne Lagerfeld ab. Männer sollten lieber Waisen adoptieren als Leihmütter engagieren. Zwei Mütter erscheinen ihm da schon vorteilhafter als zwei Väter: “Ein Kind ohne Mutter, das ist ein bisschen traurig”, erklärt Lagerfeld.

Das politische Statement des Designers ist die Antwort auf eine Reihe heftiger Proteste gegen die von der sozialistischen Regierung Frankreichs angestrebte Einführung der Homo-Ehe. Vor allem die katholische Kirche leistet erbitterten Widerstand. In den vergangenen Wochen war es immer wieder zu Demontrationen von Gegenern und Befürwortern des Vorhabens gekommen. (AH)

Foto: WENN.com