Donnerstag, 24. Januar 2013, 19:32 Uhr

Eurovision Song Contest Vorentscheid: Hier spricht Kandidat Finn Martin

Mit Finn Martin geht ein waschechter Berliner in das Rennen für den deutschen Vorentscheid für den ‚Eurovision Song Contest’ am 14. Februar. Der 29-jährige hat nicht nur Musikwissenschaften studiert, sondern ist auch schon lange im Musikgeschäft tätig und will nun am liebsten Solo für Deutschland in Malmö antreten.

klatsch-tratsch.de  plauderte mit dem Vollblutmusiker, Globetrotter und Protagonisten aus dem Strato-Werbespot in seinem Dachgeschoss-Studio in Berlin.

In drei Wochen findet der deutsche Vorentscheid zum Eurovision Song Contest in Malmö statt, mit welchem Gefühl gehst du an den Start?
„Aufregung ist schon dabei, schließlich ist es eine riesige Chance, ganz viele Leute zu erreichen. Eine Chance, die ich normalerweise nicht bekommen würde, deswegen ist das jetzt schon eine recht spannende Geschichte für mich. Als sich die Möglichkeit ergab beim Vorentscheid dabei sein zu dürfen, musste ich nicht lange überlegen. Mein Song ‚Change’ passt gut zu dem Wandel, der gerade in Europa passiert. Mein Album kommt am 1. März raus, das ist natürlich doppelt so spannend.“

Wie willst du das Publikum von dir überzeugen?
„Unabhängig davon, dass ich ‚Change’ in einer Vielzahl von europäischen Städten Songs geschrieben habe, denke ich, dass die Message, die der Song weitergibt uns alle etwas angeht. Da wir doch alle nach diesen Veränderungen streben. Egal ob privat, beruflich, in der Liebe oder in der Weltanschauung. Das ist eben auch meine Botschaft und ich glaube die passt zu Europa. Ich habe eine feste Band, mit der werde ich auf der Bühne stehen. Bei ‚Change’ ist auch ein Chor dabei, die mit mir zusammen singen werden.“

Was denkst du von deinen anderen Mitstreitern, die ebenfalls für Deutschland antreten wollen?
„Es ist eine total bunte Mischung und ich bin sehr gespannt wenn am Tag zuvor die Proben für den Vorentscheid sind und dann erstmals die anderen Performances zu sehen. Aber ehrlich gesagt schaue ich gar nicht wirklich so sehr nach links und rechts. Natürlich weiß ich wer mitmacht, aber ich sitze nicht da und recherchiere die Songs. Jemand wie die Söhne Mannheims haben natürlich eine viel viel größere Fanbase, jeder rechnet damit, dass sie oder Cascada gewinnen. Für mich steht jedoch im Vordergrund, viele Leute zu erreichen.“

Falls du den Vorentscheid gewinnst, wirst du Deutschland vertreten dürfen. Was bedeutet für dich ‚typisch deutsch’?
„Für mich gibt es ‚typisch deutsch’ nicht mehr. Gerade wenn ich reise, bin ich mit den Vorurteilen immer konfrontiert, wie z.B. ‚Deutsche sind immer pünktlich’ oder ‚Deutsche sind ganz fleißig’. Deutschland ist eine ganz vielfältige Nation, mit vielen unterschiedlichen Gesichtern. Und ich finde auch ‚Change’ ist nicht der typische Song, den man aus Deutschland erwartet. Ich finde es spannend Vorurteile zu brechen und zu zeigen, das Deutschland auch ganz viele andere Gesichter hat.“

Wie geht es mir dir nach dem Vorentscheid weiter?
„Im April gehe ich auf Tour und darauf freue ich mich besonders doll. Denn da kann ich das Album, in das ich so viel Liebe und Herzblut gesteckt habe und dann zu sehen wie die Menschen bei den Konzerten darauf reagiere, ist für mich das Schönste und Wichtigste. Für mich ist das Album eine musikalische Reise, denn ich habe es in Stockholm, London und Berlin produziert.“

Du hast Musikwissenschaften studiert, wie wichtig denkst du ist eine solche musikalische Ausbildung um langfristig in diesem Beruf erfolgreich zu sein?
„Es ist gar nicht wichtig. Ich bin zum Beispiel nicht gut im Noten lesen, auch wenn ich Musikwissenschaften studiert habe. Ich denke es ist generell nicht notwendig, eine fundierte musikalische Ausbildung zu haben, um in dem Business erfolgreich zu sein. Für mich war es damals interessant, das zu studieren, denn es gab an der Humboldt Universität auch das Studium Populäre Musikwissenschaften, was einfach super interessant ist.“

Fotos: klatsch-tratsch.de/Michael Fricke (Planexi)