Freitag, 25. Januar 2013, 12:20 Uhr

Hallervorden: Ehrung fürs Lebenswerk und erste Kino-Hauptrolle seit 22 Jahren

Dieter Hallervorden wird am 2. Februar mit der Goldenen Kamera in der Kategorie ‘Lebenswerk National’ ausgezeichnet. “Hallervorden ist ein äußerst nachdenklicher und sensibler Mann, der die deutsche Polit- und Gesellschaftssatire nachhaltig beeinflusst und humorvoll geprägt hat”, heißt es in der Begründung der Programmzeitschrift ‘Hörzu’.

Hallervorden war zuletzt in einer kleinen Rolle in Helmut Dietls peinlichem, aber starbesetzten Megaflop ‘Zettl’ zu sehen. Seine letzte Hauptrolle in einem Kinofilm war 1991 in dem Film ‘Alles Lüge’.

Am 12. September startet mit ‘Sein letztes Rennen’ das Kino-Comeback des 77-Jährigen. Zum ersten Mal seit langer Zeit wird er darin in einer Kino-Hauptrolle zu sehen sein, als Paul Averhoff, dessen großes Ziel es ist, trotz fortgeschrittenen Alters noch einmal einen Marathon zu laufen. ?An seiner Seite spielen u.a. Tatja Seibtals seine Ehefrau Margot und Heike Makatsch als deren gemeinsame Tochter Birgit.

In weiteren Rollen sind Katharina Lorenz, Frederick Lau, Katrin Sass sowie Otto Mellies und Heinz W. Krückeberg zu sehen. Regie führt Kilian Riedhof, der zuletzt mit seinem Drama ‘Homevideo’ zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen gewann.

Die 48. Verleihung der Goldenen Kamera findet am Samstag, 2. Februar 2013, in der Ullstein-Halle im Berliner Axel-Springer-Haus statt. Das ZDF überträgt die von Hape Kerkeling moderierte Gala live ab 20.15 Uhr.

Und darum geht’s in ‘Sein letztes Rennen’: Paul Averhoff (Dieter Hallervorden) war einst ein großer Marathonläufer, eine Legende, Gewinner der Goldmedaille in Sydney 1958. Zu seiner Zeit. Jetzt, mit weit über 70, zieht er nach wiederholten Stürzen seiner Frau Margot (Tatja Seibt) nach vielen glücklichen Jahren aus dem vertrauten Zuhause aus – auch weil Tochter Birgit (Heike Makatsch) sich nicht kümmern kann; sie jettet als Flugbegleiterin durch die ganze Welt und ist nur selten greifbar. Im Altersheim, wo Paul sich plötzlich zwischen Singkreis und Bastelstunde entscheiden muss, drängt sich die entscheidende Frage auf: das soll es gewesen sein? Nicht mit Paul. Um nicht in tiefe Depression zu verfallen, zieht er seine alten Rennschuhe an und beginnt im Heimpark zu laufen. Tag für Tag. Runde für Runde.

Anfangs schleppend und jämmerlich, dann aber immer schneller. Seine Heim-Mitbewohner halten ihn für verrückt, zumal er behauptet, für den Berlin Marathon zu trainieren und ihn auch gewinnen zu wollen. Als sich Margot dazu überreden lässt, ihn wie früher mit strenger Hand zu trainieren, und Paul in einem Rennen gegen den jungen Pfleger Tobias (Frederick Lau) gewinnt, schlägt die Zurückhaltung der Bewohner jedoch in Begeisterung um.

Die „trüben Tassen“ werden wieder lebhaft, sie erinnern sich an ihren Helden aus vergangenen Tagen, feiern mit ihm und feuern ihn an. Und im Altersheim geraten die Abläufe durcheinander. Dann aber stirbt Margot, woraufhin Paul in tiefe Trauer verfällt. Kann er das Versprechen noch einlösen, das seine Frau ihm kurz vor ihrem Tod abgerungen hat? Dass er sein Rennen auch ohne sie zu Ende bringen wird, immer weiter läuft, unaufhaltsam, heraus aus den traurigen Gedanken, in Richtung Marathon. Für sich selbst, aber auch für all jene, denen er es beweisen möchte – seiner Tochter Birgit, seinen Mitbewohnern, einer ganzen Stadt…