Montag, 28. Januar 2013, 13:39 Uhr

"Hänsel und Gretel" bringen Amerika das Gruseln bei und stürmen Kinocharts

Eine actionreiche und gruselige neue Version des Märchens ‘Hänsel und Gretel’ der Gebrüder Grimm mit dem Untertitel ‘Hexenjäger’ hat in Nordamerika den Spitzenplatz der Kinocharts erobert.

Der neue Film spielte nach Hochrechnungen des Box-Office-Mojo vom Sonntagabend an seinem Premierenwochenende 19 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) in die Kassen der USA und Kanadas. In den Hauptrollen sind Jeremy Renner (Hänsel) und Gemma Arterton (Gretel) zu sehen. Deutscher Kinostart ist am 28. Februar.

Platz zwei ging mit einem überraschend schwachen Auftaktergebnis von nur sieben Millionen Dollar an den Krimi ‘Parker’ mit Jason Statham, Nick Nolte und Jennifer Lopez. Noch schlechter schnitt ‘Movie 43’ ab, der dritte Neuling des US-Kinowochenendes. Die mit zahlreichen Hochkarätern wie Elisabeth Banks, Emma Stone, Hugh Jackman und Kate Winslet besetzte Komödie brachte es laut Box-Office-Mojo gerade auf fünf Millionen Dollar.

Der Film ist aus unterschiedlichen Sketchen zusammengesetzt, an denen sich insgesamt zwölf Regisseure betätigten.

‘Hänsel und Gretel’ ist actiongeladen, sexy und vor allem bitter-bitterböse – ein bombastisches 3D-Märchen für Erwachsene.

Die klassische Version hat schon vielen Kindern auf der ganzen Welt Angst und Schrecken eingejagt, denn die Story hat es in sich: Zwei Geschwister verirren sich im Wald und werden von einer ruchlosen Hexe, deren Leibspeise gut gemästetes Menschenkind ist, in die Falle gelockt. Am Ende der Geschichte können die Kinder den Klauen der Menschenfresserin entkommen, und stattdessen landet die Hexe im Ofen – aber was passiert eigentlich weiter? Das verrät Tommy Wirkola in seinem neuen Film – und scheut sich nicht, in seiner ganz besonderen Fortsetzung der Geschichte den Humor, die Spannung und das Gruseln ins Extrem zu treiben.

Wirkola, der Mann, der die alte Fabel als actiongeladenes Abenteuer erzählt, machte sich zunächst in seinem Heimatland Norwegen mit der Zombiekomödie „Død snø“ (DEAD SNOW, 2009) einen Namen; er hatte schon lange den Plan, eines Tages das Märchen, das ihn als kleinen Jungen so geängstigt hatte, fürs Kino neu zu erzählen und dabei die Bilder heraufzubeschwören, die für ihn den Horror der Geschichte ausmachten: grässliche, grauenvolle und vor allem ausgesprochen hungrige Hexenwesen, die unschuldigen Menschen auflauern.

Schließlich kam ihm die Idee, als Ausgangspunkt seiner Geschichte die Frage zu stellen, was aus Hänsel und Gretel wohl geworden sein könnte, und so entstand das wohl berühmteste Geschwisterpaar der Literaturgeschichte neu: als schlachtenerprobte Kämpfer mit übernatürlichen Kräften, die für blutige Selbstjustiz sorgen.

„Die Geschichte von Hänsel und Gretel verfolgt mich seit meiner Kindheit“, erklärt Wirkola. „Ich erinnere mich noch genau daran, wie düster und grausam ihre Geschichte war – und ich fragte mich, wie es ihnen wohl als Erwachsenen ergangen ist, mit ihrer dunklen Vergangenheit und ihrem tief sitzenden Hass auf Hexen. Je mehr ich darüber nachdachte, umso klarer wurde mir, dass es ihr Schicksal sein musste, professionelle Hexenjäger zu werden.“

Wir wollten, dass es sich so anfühlt, als ob es sich vor 300 Jahren hätte abspielen können, aber die Action, die Figuren und ihr Waffenarsenal sind schon ziemlich modern“, erklärt Wirkola. „Es hat großen Spaß gemacht, in diese Mittelalterwelt frischen Wind zu bringen. Wir haben die ganzen Elemente dabei, die man aus den alten Märchen kennt – aber so wie bei uns hat man sie garantiert noch nicht gesehen.“ (KT mit dpa)

Fotos: Paramount