Freitag, 01. Februar 2013, 23:06 Uhr

ZDF reagiert gelassen auf New Yorker Kritik an "Wetten, dass..?"

Die ‘New York Times’ lästert über ‘Wetten, dass..?” als “ergraute alte Show” – doch das ZDF sieht die Kritik gelassen.

“All dies belegt doch nur, was wir ohnehin alle wissen”, sagte ein ZDF-Sprecher am Freitag auf dpa-Anfrage in Mainz. “‘Wetten, dass..?’ ist Kult, und Kult wäre nicht Kult, wenn sich das Produkt im Laufe der Jahre so stark verändert hätte, dass es seine Ursprünge nicht mehr erkennen ließe.” Dies sähen rund zehn Millionen Zuschauer so, die regelmäßig vor dem Fernseher mit dabei seien.

Die US-amerikanische Zeitung erklärt ihren Lesern unter der Überschrift “Blöde deutsche Tricks, die sich im Fernsehen abgenutzt haben” die Sendung und ihre Geschichte. Auf etwa einer halben Seite lästert sie über das angeblich veraltete Format der ‘Varieté-Show’ und die aus ihrer Sicht wenig unterhaltsamen Wetten. “Diese schrulligen Aufgaben, die Moderator David Letterman alberne (…) Tricks nennen würde, bleiben das Herz einer Show, die eine geliebte, aber ständig kämpfende Einrichtung ist.”

Die Kritik ist nicht die erste aus den USA. Im November hatte sich Hollywood-Star Tom Hanks abfällig über die Show geäußert, nachdem er zu Gast bei Markus Lanz war. Er hatte sich beschwert, dass er während der Live-Sendung rund drei Stunden auf dem Sofa hatte verbringen müssen. Schauspielerkollege Denzel Washington hatte der ‘Stuttgarter Zeitung’ im Januar gesagt: “Ich fand das Altmodische des Konzepts sehr rührend. Das ist tatsächlich ein Showformat aus einer anderen Zeit. Es lässt ganz viel Raum für diese ausgefallenen Wetten.”

Die ZDF-Show war im Januar wegen des Vorwurfs der Schleichwerbung mit Autos in die Schlagzeilen geraten. Das Nachrichtenmagazin ‘Der Spiegel’ und das ‘Handelsblatt’ hatten darüber berichtet, in welcher Form Unternehmen ihre Produkte zu Zeiten von Moderator Thomas Gottschalk in der Show platzierten. Das ZDF hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und angekündigt, dass es Autos als Gewinne nicht mehr geben wird. (dpa) 017

Foto: Sascha Baumann