Dienstag, 05. Februar 2013, 19:10 Uhr

Jennifer Lopez ohne Superstar-Allüren mit Jason Statham in "Parker"

Noch bevor Jennifer Lopez Ende der 90er Jahre als Popsängerin ganz groß rauskam, war sie bereits in zahlreichen TV- und Kinofilmen zu sehen. Und auch als JLo längst ein musikalischer Superstar war, hat sie die Schauspielerei nicht aufgegeben – zum Glück für das Publikum.

Denn auch in ihrem jüngsten Film ‘Parker’ beweist die 43-jährige Lopez (‘Out of Sight’, ‘Was passiert, wenn’s passiert ist’) echte Präsenz. An der Seite von Actionheld Jason Statham (‘Transporter’, ‘The Expendables’) kämpft sie in ‘Parker’ als einfallsreiche Single-Frau mit leicht kriminellen Methoden für ihr kleines Glück und großes Auskommen.

Der kantige Hollywoodstar Statham ist der titelgebende Parker – ein Profi-Gangster, der am liebsten nur gestohlenes Geld einsackt, im Zweifel aber vor Mord auch nicht zurückschreckt. Sein jüngster “Job” wurde von Hurley (Nick Nolte) eingefädelt, dem Vater seiner Freundin. Doch die neuen “Geschäftspartner” legen Parker auf’s Kreuz. Nach einem Überfall nehmen sie ihm erst seinen Anteil des Geldes und dann fast das Leben. Parker, von Statham mit gewohnt undurchdringlicher Miene und reichlich Muskeleinsatz gespielt, startet einen Rachefeldzug.

Zur selben Zeit fristet Leslie (Lopez) ein frustrierendes Dasein als verschuldete, erfolglose Immobilienmaklerin in Palm Beach, dem Dorado der Superreichen im US-Staat Florida. Leslie ist wieder zu ihrer Mutter gezogen und versucht verzweifelt, ihrem Leben endlich den richtigen Dreh zu geben – privat wie beruflich läuft es nicht gut. Dann taucht Parker in ihrem Immobilienbüro auf. Getarnt als reicher Texaner will er sich eine Villa vermitteln lassen.

Doch die clevere Leslie durchschaut schnell, dass der gut aussehende Machotyp ganz andere Pläne hat.

Es macht Spaß Lopez zuzuschauen, wie sie als gewitzte Leslie versucht, ihren Teil am großen Deal abzubekommen, den Parker im Zuge seines Rachefeldzugs plant. Lopez gelingt es, ihren Superstar-Status für die Rolle komplett abzulegen. Mit Grips und Körpereinsatz versucht sie, den störrischen Mann für sich zu gewinnen – und nie ist der Zuschauer sicher, ob diese Leslie nur ans Geld denkt oder sich vielleicht in Parker auch verliebt hat.

Statham wirkt in seinem Spiel neben der lebhaften Lopez ziemlich stoisch und gefühlsarm.

Regisseur Taylor Hackford (‘Ray’) entwickelte die Story auf der Grundlage des Bestsellers ‘Flashfire’ von US-Autor Donald E. Westlake alias Richard Stark, der zahlreiche Krimis mit Parker als Hauptfigur geschrieben hat. Über die knallige Sonnen-Kulisse Floridas legt Hackford sehr gekonnt den Schatten des Bösen – wobei der stellenweise recht brutalen Story ein paar Funken Ironie an der ein oder anderen Stelle sicher gut getan hätten. (dpa) 025

Fotos: Constantin