Dienstag, 05. Februar 2013, 13:50 Uhr

John Galliano feiert Erfolg gegen Dior beim Prozessauftakt

In Paris ist der Prozess von John Galliano gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber ‘Christian Dior Couture’ und die nach ihm benannte Marke des Hauses gestartet.
Der geschasste Designer – der bei dem Label im Jahr 2011 nach antisemitischen Kommentaren in einem Pariser Café seinen Hut nehmen musste – gewann laut seiner Anwältin, Chantal Giraud-van Gaver, die erste Runde im Streit um seine Entlassung bei dem Fashion-Riesen.

“Ich bin zufrieden, weil ‘Diors’ Antrag zurückgewiesen wurde und unsere Argumente aufrechterhalten bleiben”, wird die Juristin von ‘Women’s Wear Daily’ zitiert.
Die Zusammenarbeit zwischen ‘Dior’ und Galliano, der unter dem Dach des französischen Unternehmens auch sein eigenes Label betrieb, endete, nachdem der Brite 15 Jahre lang den Posten des Kreativchefs innehatte.

Jean Néret, Anwalt von ‘Christian Dior Couture’ und der Marke ‘John Galliano’ konstatiert: “John Galliano war kein normaler Angestellter. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass er überhaupt kein Angestellter war. Die Komplexität seiner verschiedenen Verträge separiert ihn klar von der Rolle eines schutzlosen Arbeitnehmers, welche die Gegenseite versucht darzustellen.”

Galliano, der bei der Verhandlung ebenfalls anwesend war, soll bei ‘Dior’ ein jährliches Grundgehalt von 1 Million Euro erhalten haben. Dazu kamen offenbar weitere Bezüge bis zu 700.000 Euro sowie Pauschalen wie ein Kleidungs-Budget von 30.000 und ein bestimmter Anteil am Umsatz von ‘Dior’.
Das Unternehmen hat nun 15 Tage Zeit, gegen die erste Entscheidung des Gerichts Einspruch einzulegen. Wann es dann zu einer weiteren Verhandlung kommen würde, ist bislang noch unklar.

Galliano arbeitet momentan nach beinahe zweijähriger Abwesenheit an seinem Comeback in die Fashion-Welt und unterstützt derzeit Oscar de la Renta in dessen New Yorker Studio bei der Arbeit an der neuen Kollektion des Designers. (bang)