Donnerstag, 07. Februar 2013, 12:21 Uhr

Unser Star für Malmo: Blitzkids mvt. wollen es mit diesem Song krachen lassen

In den Clubs des Landes – und auch weit darüber hinaus – ist das Berliner Künstlerkollektiv Blitzkids mvt. (sprich: movement) rund um Sängerin Nomi und Produzent Petone schon lange kein Geheimtipp mehr.

Ihre leichtfüßige und doch gehaltvolle Melange aus Club, Pop und zeitgemäßen Electrosounds hat schon so manche Tanznacht veredelt, ihre mitternächtlichen Shows sind immer wieder ein Highlight aus Stil, Groove und Postmoderne.

Mit der am 8. Februar erscheinenden Single ‘Heart on the Line’ heizen Blitzkids mvt. dem Club, dem diesjährigen Vorentscheid zum ‚Eurovision Song Contest‘ und den Charts gleichzeitig ein und erzeugen noch mehr Vorfreude auf das Debütalbum „Silhouettes“, das eine Woche später am 15. Februar veröffentlicht wird.

Bereits 2010 krachten die Electro-Dadaisten-Styler Blitzkidz mvt. in die Clublandschaft wie eine Rakete: Gleich die ersten veröffentlichten Tracks, die Top-5-Clubhits ‘Blinded’ und ‘Water’, avancierten zu Tanznacht-Dauerbrennern. Das Single-Outtake ‘Cold’ fand sich auf dem Soundtrack zum Film-Blockbuster ‘Chronicle – wozu bist du fähig?’ wieder und stieg in der Folge bis auf Platz 7 der Deutschen Dance- und Platz 12 der Deutschen Indie-Charts ein.

‘Heart on the Line’ hat nun das Zeug zum echten Überhit – und könnte Deutschland auch beim diesjährigen ‚Eurovision Song Contest’ in Malmö vertreten. Denn am 14. Februar nehmen Blitzkids mvt. am deutschen Vorentscheid teil, der live von der ARD übertragen wird.

klatsch-tratsch.de hat mit den beiden Musikern gesprochen.

Wie aufgeregt ist man vor so einem großen Ereignis und was bedeutet es für euch, eventuell Deutschland vertreten zu dürfen?
Je mehr man darüber spricht, desto aufgeregter sind wir tatsächlich. Aber wir sind sehr gut im Verdrängen. Es ist schon ein sehr riesiges Gepäckteil, was man dann auf den Schultern tragen würde. Es wäre jedoch auch sehr toll, Deutschland zu repräsentieren, denn es wäre eine sehr große Verantwortung für uns.

Das ‚Image’ des ‚ESC’ war jahrelang in der Kategorie Schlager und Mainstream einzuordnen. Denkt ihr, das hat sich über die Jahre gewandelt?
Ich denke es hat sich definitiv einiges verändert. Der deutsche Vorentscheid war noch nie so besetzt wie in diesem Jahr. Auch die anderen Teilnehmer waren für uns auch ein Faktor, warum wir uns gesagt haben, die Teilnahme ist interessant für uns. Auch weil es eben nicht mehr so schlagerlastig ist. Für uns gab es keine Vorschriften, wir dürfen uns zeigen wie wir sind. Und dann auch noch vor einem so großen Publikum performen zu dürfen, da ist es für uns eher zweitrangig ob da irgendwann einmal eine uncoole Band aufgetreten ist.

Was denkt ihr, ist beim Vorentscheid wie auch beim eigentlichen ‚ESC’ für den Sieg besonders wichtig, der Song, die Performance oder der Künstler?
Alle drei Aspekte haben seine Wichtigkeit. Die Art und Weise der Interpretation ist bei uns keine Comedyshow, wenn man Guildo Horn als Beispiel nimmt. Man sollte jedoch nicht vergessen das der Song im Vordergrund steht. Ich fände es nicht gerechtfertigt wenn jemand gewinnt, der live absolut nicht singen kann. Ein super Beispiel ist die Gewinnerin aus dem letzten Jahr Loreen, die mit einer minimalistischen Performance total überzeugt hat.

Ihr werdet in Hannover mit eurem Song ‚Heart on the Line’ antreten, warum habt ihr euch gerade für diesen Song entschieden?
Wir sind der Meinung, das das durchaus ein Song sein kann, der international die Menschen anspricht. Außerdem finde ich, dass ‚Heart on the Line’ auch alle Generationen ansprechen kann. Da ist ein bisschen Pop drin, da ist ein bisschen Electro drin, das kann irgendwie jeden erreichen.

Was haltet ihr von euren anderen Mitstreitern?
Ich finde es gut, das es Künstler aus den verschiedensten Genres sind. So kann man sich untereinander gar nicht wirklich vergleichen. Denn wenn z.B. die Söhne Mannheims gewinnen würden, dann gönne ich es ihnen genauso wie Ben Ivory, der auch mit einem super Song an den Start geht.

Euer Debütalbum sollte bereits letztes Jahr im Oktober erscheinen, erscheint nun doch erst am 15. Februar. Was war passiert?
Es gibt gegen Ende des Jahres immer eine Album Veröffentlichungs-Dichte, weil alle Joe Cockers dieser Welt vor Weihnachten ihre Best-Of Alben herausbringen. Und wir wollten uns nicht diesem Konkurrenzkampf stellen und in dem Wahn der etablierten Künstler untergehen. Diese Zeit haben wir genutzt, um noch andere Nummern zu machen. Damals stand das mit dem Vorentscheid gar nichts fest. Jetzt sagen wir, Gott sei Dank, haben wir damals nicht released. Somit macht das jetzt natürlich noch viel mehr Sinn.

Wenn ihr den Vorentscheid gewinnen würdet, würdet ihr Deutschland in Malmö repräsentieren, was ist denn für euch typisch ‚deutsch’?
Ich finde es sehr schade, das gerade die jüngeren Generationen in Deutschland sehr abgeschreckt sind von Mainstream- und Popmusik. Es ist für viele uncool zu sagen, das man Popmusik mag. In Schweden ist es zum Beispiel ganz anders, da ist es ganz normal eine Robin zu hören, die eben auch Pop macht. Ich finde Deutschland könnte sich davon eine Scheibe abschneiden und man sich ruhig trauen kann, dazu zu stehen etwas zu mögen was Mainstream ist.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Michael Fricke (Planexi), Warner Music (1)