Samstag, 09. Februar 2013, 20:01 Uhr

Amanda Seyfried und James Franco mit Porno-Biopic "Lovelace" in Berlin

Amanda Seyfried (27) sieht ihre Rolle in dem Film ‘Lovelace’ über den Leidensweg der Pornodarstellerin Linda Lovelace als Wendepunkt in ihrer Karriere.

“Ich wollte dieser Frau eine Stimme geben”, sagte die amerikanische Schauspielerin bei der Vorstellung des Films am Samstag auf den 63. Berliner Filmfestspielen, bei der auch US-Star James Franco mit von der Partie ist, der darin Playboy-Gründer Hugh Hefner darstellt.

Sexuelle Ausbeutung und häusliche Gewalt seien nach wie vor “schrecklich weit verbreitet”, sagte Seyfried, die auf der Berlinale auch den Musicalfilm und Oscar-Anwärter ‘Les Misérables’ präsentiert.

‘Lovelace’ läuft in der Berlinale-Reihe Panorama. Er zeichnet das Leben der Hauptdarstellerin des Films ‘Deep Throat’ nach, der in 70er Jahren ein Kassenschlager war und als erfolgreichster Pornofilm aller Zeiten gilt. Linda Boreman, so ihr bürgerlicher Name, bezichtigte später in einem Enthüllungsbuch ihren damaligen Mann, Chuck Traynor, sie mit Waffengewalt zur Pornografie genötigt zu haben.

Sie habe sich für die Rolle mit einschlägigen Filmen und Büchern vorbereitet und auch mit den Kindern von Linda Boreman gesprochen, sagte Seyfried. Peter Sarsgaard, der Boremans Ehemann spielt, sagte dagegen, er habe sich zunächst gegen die Rolle gesträubt. “Ich spürte eine Menge Widerstand in mir und hätte Linda so gerne gut behandelt”, sagte er. Hollywoodstar Sharon Stone (‘Basic Instinct’) spielt in dem Film Lindas Mutter.

Jeffrey Friedman, der zusammen mit Rob Epstein Regie führte, sagte, einige Menschen seien bei der sexuellen Revolution der 60er Jahre auf der Strecke geblieben. Linda Boreman sei in die Pornoindustrie geraten, als sie auf der Suche nach ihrer eigenen Sexualität gewesen sei. Danach habe sie dafür kämpfen müssen, auch ihre eigene Identität zu finden. Nachdem ihrem Ausstieg aus der Branche bekämpfte Borneman die Pornografie. Sie starb im Jahr 2002 mit 53 Jahren an den Folgen eines Autounfalls.

Hollywood-Schauspieler James Franco (‘127 Hours’), Filmemacher und Autor hat an drei Filmen mitgewirkt, die bei der Berlinale laufen. Außerdem hat er erneut eine Kunstausstellung in der Hauptstadt.

Bei den Filmfestspielen ist Franco unter anderem im Film ‘Lovelace’ über die Pornodarstellerin Linda Lovelace (‘Deep Throat’) zu sehen. Seine Ausstellung beim Galeristen Javier Peres heißt ‘Gay Town’ (9.2. bis 9.3.). Franco schuf die meisten Werke in den vergangenen zwei Jahren, oft in Hotels. Viele von ihnen sind beeinflusst von seiner Filmarbeit oder befassen sich mit Themen wie Berühmtsein oder Jugend.
(dpa) 023/24