Sonntag, 10. Februar 2013, 21:53 Uhr

Holt Betty Dittrich das Ticket zum Eurovision Song Contest?

Am kommenden Donnerstag steigt in Hannover der deutsche Vorentscheid zum ‘Eurovision Song Contest’ (‘Unser Song für Malmö’, 14. Februar, 20.15 Uhr in der ARD) und eine Künstlerin hofft wie ihre Mitstreiter auch, dass sie das Rennen machen kann, um in Malmö Deutschland beim diesjährigen Finale vertreten zu dürfen.

Betty Dittrich ist eigentlich gebürtige Schwedin und lebt erst seit einigen Jahren in Berlin. Trotzdem hat sich die süße Blondine dazu entschieden, Musik auf Deutsch zu machen. klatsch-tratsch.de traf Betty zum Interview, wo sie mit einem charmanten Akzent auch von ihrem kommenden Album erzählte.

Zum ersten Mal können Hörerinnen und Hörer von neun Popwellen und jungen Radios der ARD mitbestimmen, wer für Deutschland zum ESC fahren soll. Eine Woche lang stehen die zwölf Acts, die für den deutschen Vorentscheid “Eurovision Song Contest 2013 – Unser Song für Malmö” nominiert sind, auf den Homepages der Radiosender zur Auswahl. Das Votum der Radiohörer wird ein Drittel des Gesamt-Ergebnisses ausmachen. Hier kann man für Betty voten!

Ein weiteres Drittel der Entscheidung ergibt das Votum des TV-Publikums, das während des zweistündigen Vorentscheids per Telefon und SMS abstimmen kann. Das letzte Drittel der Stimmen vergibt während der Show die Jury, bestehend aus Tim Bendzko, Roman Lob, Anna Loos, Mary Roos und Peter Urban.

Wie aufgeregt bist du vor dem Vorentscheid?
Ich bin schon aufgeregt, aber ich habe keine Angst. Ich freue mich, auf der großen Bühne stehen zu dürfen, denn davor habe ich meistens eher in kleinen Bars und Clubs gespielt. Das ist für mich sehr aufregend, aber ich versuche mit einer großen tollen Bühnenperformance, mit Tänzern und Band zu überzeugen und ich will diese Chance auf jeden Fall wahrnehmen.

Wenn alles gut läuft, würdest du Deutschland vertreten. Wie fühlt sich das für Dich als Schwedin an?
Das ist für mich eigentlich was ganz natürliches. Mein Vater ist nämlich in Deutschland geboren und ist mit einem Jahr nach Schweden gezogen. Und als ich klein war, hat meine Oma in Deutschland gewohnt und wir sind oft hier gewesen, um sie zu besuchen. Deswegen hat Deutschland immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Und jetzt wohne ich seit zwei Jahren in Berlin und schreibe meine Songs auf deutsch und finde es super, dass ich das machen kann.

Was für Musik hörst du denn privat am allerliebsten?
Mein Musikgeschmack ist sehr breit gefächert, ich höre ich wirklich sehr viel “alte” Musik, denn ich finde das einfach viel besser. Aber ich höre natürlich auch gerne moderne Musik, z.B. Pharell Williams oder Lily Allen. Es ist wirklich unterschiedlich, solange man dazu tanzen kann, aber so was wie Metal höre ich nicht.

Dein Song ‘Lalala’ trifft ja mitten ins Herz der alteingesessnen ESC-Fans. Er ist schlageresk, retromäßig und geht nicht mehr aus dem Ohr. Welche Chancen rechnest Du Dir aus beim Vorentscheid aus?
Es ist ein großer Wettbewerb für mich, ich bin schließlich eine totale Newcomerin. Es gibt neben mir noch ein paar andere Newcomer, aber die meisten haben schon etwas in der Vergangenheit rausgebracht. Aber wenn alles klappt, so wie ich es mir vorstelle, dann glaube ich habe ich schon eine Chance, die Menschen zum Lächeln zu bringen.

Der Refrain Deines Songs hat all das, was Deine Landsleute von ABBA einst zu einer Weltkarriere verholfen hat: Eine eingängige Melodie und Textzeilen, die man auch ohne Fremdsprachen-Kenntnisse im letzten Winkel der Erde mitsingen kann. Wer kam auf die Idee und gibt es schon fremdsprachige Versionen für den internationalen Markt?
‚Lalala’ bringt den alten ‚Grand Prix’-Vibe sehr gut rüber. Ich habe schon einen englischen Text für den Song geschrieben und könnte mir zum Beispiel sehr gut vorstellen, eine internationale Version davon zu machen. Performen werde ich ihn aber auf deutsch, aber ich könnte mir vorstellen, ein paar englische Wörter mit den in Chorus reinzunehmen. Aber man kann ‚Lalala’ auch mitsingen, egal welche Sprache man spricht.

Am 1. März erscheint das ersten Albums „Gute Jungs, böse Mädchen“. Da huldigst u.a. dem Sound der Mamas & Papas, Jefferson Airplane, Fleetwood Mac und France Gall, aber auch ein bißchen ABBA oder Stereo Total. Erzähl uns mehr darüber und gibt es darauf nur deutsche Songs?
Der Titel des Albums ist auch das Hauptthema des Albums. Es geht nun mal meistens um Jungs. Soundmäßig ist das Album eine Mischung aus europäischen Sixties und amerikanischen Sixties. Darunter verstehe ich alte französische Musik, wie auch Schlager aus Deutschland, gemischt mit der San-Francisco-Flower-Power-Musik aus den USA. Das ganze gemixt mit modernen Sounds, ich bin ja schließlich ein modernes Mädchen.

Was ist das besondere an Betty Dittrich?
Mein Projekt ist etwas besonderes, weil ich diesen internationalen Charakter besitze. Es ist 100 Prozent Betty und deswegen ist schon sehr speziell, weil ich bin, wer ich bin. Ich versuche nicht, jemand anderes zu sein. Ich bin auch privat so, die Kleider kommen aus meinem Kleiderschrank und die Instrumente stehen in meinem Wohnzimmer. Es ist alles sehr persönlich und ehrlich und genauso soll auch meine Musik sein.

Du hast in der schwedischen Band Shebang gesungen. Warum bist du ausgestiegen?
Seit 2004 bin ich bei Shebang dabei gewesen, ich habe mich als Songwriterin sehr entwickeln können. Über die Jahre habe ich meine eigene Persönlichkeit als Musikerin mehr und mehr gefunden, genauso wie Marina, das andere Mädchen aus der Band. So haben wir angefangen, andere Wege einzuschlagen.

Warum bist Du nach Berlin gekommen, wo doch gerade reichlich viele schwedische Produzenten und Komponisten zuständig sind für Mega-Hits für Leute wie Lady Gaga, Rihanna und Britney Spears?
Berlin hat eine ganz andere tolle Atmosphäre. Als Songwriterin und Musikerin ist das hier der perfekte Platz für mich. Es war nie geplant hier herzukommen, es ist einfach passiert. Ich war früher als Austauschstudentin hier und es hat mir so gut gefallen, dass ich an Berlin hängen geblieben bin.

Du hast eine professionelle musikalische Ausbildung, glaubst du es ist wichtig um lange erfolgreich in diesem Business zu bleiben?
Es hat mich auf jeden Fall sehr gut darauf vorbereitet. Aber wenn ich Musik schreibe, versuche ich alle Regeln zu vergessen. Es muss vom Herzen kommen. Es ist gut zu wissen wie es richtig geht, aber man sollte das auch hinter sich lassen können und aus den puren Gefühlen schreiben. Aber es ist schon von Vorteil, Noten lesen und Instrumente spielen zu können.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Michael Fricke (Planexi)