Samstag, 16. Februar 2013, 12:48 Uhr

Catherine Deneuve quarzt nicht mehr bei Pressekonferenzen

Die französische Kinolegende und leidenschaftliche Raucherin Catherine Deneuve hat es sich abgewöhnt, bei Pressekonferenzen zu qualmen.

“Mir ist es ein paar Mal passiert, dass ich mir dabei so nebenher eine Zigarette angesteckt habe. Und das war dann das einzige Foto, das von mir gedruckt wurde. Deshalb mache ich das nicht mehr”, sagte die 69-Jährige bei der Berlinale vor Journalisten. Ansonsten rauche sie nach wie vor – “eine ganze Menge sogar. Ich verbiete mir das nicht.”

In ihrem neuen Film “On My Way”(hier geht’s zum Trailer)  spielt Deneuve eine Frau Anfang 60, die eigentlich nur Zigaretten holen will, dann aber plötzlich ihr ganzes altes Leben hinter sich lässt. Natürlich darf sie in dem Roadmovie kräftig paffen.

Als letzter Wettbewerbsfilm hat die Komödie, die ebenso viele witzige wie anrührenden Szenen enthält, das Berlinale-Publikum am späten Freitagabend begeistert.

“Bin gleich wieder da”, sagt sie und fährt. Und fährt. Durch malerische bretonische Dörfer führt die Suche nach Zigaretten – und die Flucht vor ihren Problemen die verwitwete und vom Liebhaber frisch verlassene Restaurantchefin Bettie. Sie begegnet seltsamen Menschen, lernt ihren Enkel (Nemo Schiffmann) neu kennen, trifft als ehemalige Miss Bretagne ihre Miss-Kolleginnen wieder, findet am Ende neu mit ihrer Familie zusammen – und sogar eine neue Liebe.

Die Komödie ist der französischen Filmdiva von Autorin und Regisseurin Emmanuelle Bercot (auf dem Foto oben rechts) buchstäblich auf den Leib geschrieben. Nach ihrem Berlinale-Debut dankte Bercot dem “wundervollen Publikum”. Die Deneuve selbst blieb indes nicht bis zum aufbrandenden Schlussapplaus, nachdem sie zu Beginn des Films noch in Schal und Mantel den Zuschauern zugewunken hatte. Die Grippe habe sie im Griff, sagte Bercot.

Vor der Premiere hatte die Grande Dame des französischen Films am Nachmittag versichert, sie habe sich mit der Geschichte in vielen Punkten identifizieren können: “Der Film ist eine Reise, eine große improvisierte Reise, bei der sich vieles erfüllt und vieles neu zum Vorschein kommt.” (dpa) 021/022