Sonntag, 17. Februar 2013, 14:14 Uhr

Cascada in der Bredouille: Plagiatsvorwürfe werden konkreter

Cascada, Siegerband im Rennen um den deutschen Startplatz beim Eurovision Song Contest (ESC), könnte unter Umständen von dem Wettbewerb ausgeschlossen werden.

In den Medien und auf sozialen Netzwerken war bereits nach dem erfolgreichen Auftritt der Gruppe vereinzelt ein Plagiatsverdacht laut geworden, da die Nummer ‘Glorious’ stark dem Siegersong aus dem Vorjahr, ‘Euphoria’ von Loreen, ähnele. Nun berichtet die ‘Bild am Sonntag’ über eine eingehendere Analyse des Hits, die vom Institut für Sprachwissenschaften der Christian-Albrechts-Universität in Kiel durchgeführt wurde. Hier geht’s zu der Analyse und hier zum akustischen Vergleich.

“‘Glorious’ wirkt wie eine Kopie von ‘Euphoria’ mit kleinen, raffinierten stilistischen Änderungen”, betont dabei die Phonetikerin Dr. Tina John. “Am Anfang ist der Gesang absolut identisch, der Refrain benutzt die gleiche Akzentuierung, der Schluss gipfelt in einer identischen Kombination. Die Sängerinnen benutzen sogar die gleiche Atemstilistik.”

Neben der Dynamik seien derweil auch Pausen und Beats größtenteils identisch.

Cascada-Sängerin Natalie Horler wehrt sich vehement gegen die schweren Vorwürfe. Kampfbereit verkündet sie Blatt: “Wir können die beiden Lieder gern übereinanderlegen.” Genau das wurde nun mehrfach gemacht. Ist es das nicht peinlich für eine Siegerin des Vorentscheids, dass Hunderttausende etwas hören, was eine Natalie Horler nicht hören will: Dass beide Titel extrem ähnlich klingen?

Die Folgen einer offiziellen Bewertung des Songs als Plagiat sind dabei ganz klar. ESC-Experte Jan Feddersen konstatiert: “Wenn es sich bei ‘Glorious’ um eine Kopie von ‘Euphoria’ handelt, dürfte Cascada nicht antreten.”

Grand-Prix-Urgestein Ralph Siegel sagte gegenüber dapd: “Ich finde die Sängerin sehr gut, sie hat toll gesungen, und ich wünsche ihr viel Glück. Der Titel kommt mir allerdings sehr euphorisch vor”.

Cascada hatte sich bei dem Vorentscheid am Donnerstag, 14. Februar, den ersten Platz vor der Spaßkapelle LaBrassBanda aus Bayern gesichert. Ist es das nicht peinlich für die Siegerin des Vorentscheids, dass Hunderttausende etwas hören, was eine Cassata nicht hören will, nämlich dass die singe NICHt identisch klingen sollen? (Bang)

Fotos: ARD/Willi Weber