Montag, 18. Februar 2013, 11:42 Uhr

Cro läßt die Maske noch eine Weile auf - Das Interview

Das Stuttgarter Musiklabel Chimperator hat mit Cro den Durchbruch geschafft. Der Rapper mit der Pandamaske war im vergangenen Jahr wohl der meistumjubelte Newcomer Deutschlands.

Was er 2013 vorhat, verrät er im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Cro, wie wichtig ist Chimperator für dich? Was ist bei Indie-Labels anders als bei großen Major-Labels?
Chimperator ist mir sehr wichtig. Die Jungs haben mich zu einem Zeitpunkt unter Vertrag genommen, als mich wirklich noch kein Schwein kannte und dann – wie man sieht – alles richtig gemacht. Es ist sehr familiär bei uns und jeder kennt jeden. Ich hab’ meine Freiheit bei allem, was ich mache. Und wir machen eben auch viele Sachen, die ein Major niiiie machen würde. Also zum Beispiel das “Easy”-Mixtape komplett for free ins Netz stellen. Ein Indie ist einfach sehr viel flexibler und kann schnell und ohne dass es über 245 Schreibtische gehen muss Sachen entscheiden und umsetzen.

Es heißt, dass du wieder ein kostenloses Mixtape veröffentlichen wirst. Ein Dankeschön an deine Fans? Für was willst du dich bedanken?
Ja klar, das ist ein großes Dankeschön an meine Fans. Für die ganze Unterstützung, dafür, dass sie auf die Konzerte kommen, dass sie das Album gekauft haben. Ohne sie könnte ich das alles gar nicht machen. Oder nur in einem sehr kleinen Rahmen und müsste das neben einem normalen Job machen. Dafür will ich auch wieder etwas zurückgeben. Aber erstmal muss ich das noch fertig machen. Das dauert noch ein bisschen.

Es wird bestimmt auch ein neues Album geben. Kannst du schon verraten, was uns darauf erwartet?
Fuuuuh, das weiß ich noch gar nicht, sorry. Ich mach’ erst mal das Mixtape fertig. An das Album denke ich noch überhaupt nicht.

Die meisten deiner Fans sind Jugendliche. Willst du dein Publikum 2013 erweitern?
Ach, das ist eigentlich sehr gemischt. Jetzt während der letzten Tour war von zwölf Jahren bis 45 Jahren oder noch älter alles dabei. Klar, im Netz kommentieren vor allem die Jüngeren – aber ich bin eigentlich sehr zufrieden wie es gerade ist.

Inzwischen sind einige von dir und dem Hype um den Panda genervt. Wie gehst du damit um?
Ich glaube, das ist normal. Wenn etwas erfolgreich ist, findet man das eben auch schnell nicht mehr sooo cool. Ich war früher selber so. Außerdem: Ich hab jetzt nicht plötzlich angefangen, andere Musik zu machen oder mich verändert. Zwischen meinen Mixtapes und meinem Album ist jetzt kein riesen Unterschied. Ich mach’ einfach weiter das, was mir Spaß macht. Es sind eben nur mehr Leute geworden, die das hören.

Gab es im Erfolgsjahr 2012 auch Dinge, die nicht so gut gelaufen sind? Was willst du 2013 anders machen?
Äh, mhm. Eigentlich war 2012 wirklich alles richtig geil. Ich will aber dieses Jahr etwas ruhiger angehen und nicht ganz so viele Shows und Interviews machen. Ich war letztes Jahr kaum zu Hause und ständig unterwegs. Und das halt auch von einem Schlag auf den anderen. Also: 2013 mehr Urlaub!

Wirst du im Laufe des Jahres deine Maske absetzen?
Nö, die lass’ ich schööön noch ‘ne ganze Weile auf.

Interview: Nikolai Worms, dpa (023) Fotos: WENN.com