Dienstag, 19. Februar 2013, 11:26 Uhr

Oscar Pistorius: Staatsanwalt beschuldigt ihn des vorsätzlichen Mordes

Die Staatsanwaltschaft hat dem Paralympics-Star Oscar Pistorius (26) vorsätzlichen Mord an seiner Freundin Reeva Steenkamp vorgeworfen. Pistorius habe eine “unschuldige und unbewaffnete Frau” erschossen, sagte der Staatsanwalt am Dienstag in seinem Eröffnungsplädoyer vor dem Magistratsgericht in Pretoria.

Die Anwälte des behinderten Sportlers streben eine Freilassung gegen Kaution an. Sie plädieren für eine Anklage wegen Totschlags in einem minder schweren Fall. Die Anklagebehörde möchte, dass der Beschuldigte bis zum Prozess in Untersuchungshaft bleibt.

Die auf zwei Tage angesetzten Verhandlungen begannen am Dienstagvormittag in einem völlig überfüllten Saal des Magistratsgerichts. In dem Saal, der nur für etwa 40 Zuschauer vorgesehen ist, drängelten sich weit mehr als 100 Menschen, vor allem Journalisten. Anwesend waren auch der Vater des Beschuldigten, Henke Pistorius und die Geschwister des Athleten, Aimee und Carl.

Pistorius, der bereits vor 7.00 Uhr am Morgen aus der Polizeihaft ins Gerichtsgebäude gebracht worden war, wird von renommierten Juristen und Experten unterstützt.

Für Dienstag war auch ein Gedenkgottesdienst für Reeva Steenkamp in Port Elizabeth an der Südküste Südafrikas geplant. Zugelassen waren nur etwa 90 Teilnehmer, von denen etwa zwei Drittel zur Familie und engem Freundeskreis gehören. Danach soll Steenkamp, die nach einer juristischen Ausbildung vor allem als Model und Fernsehstar ihr Geld verdiente, in Anwesenheit der engeren Familie begraben werden. (dpa) 022