Samstag, 23. Februar 2013, 16:07 Uhr

Mailänder Modewoche: Die Frau wird Herbst/Winter 2013/14 zum Punk in Lack

Die Frau wird im Herbst/Winter 2013/14 zum Punk. So sieht es zumindest Donatella Versace. Die Mailänder Designerin zeigte am Freitagabend vor den Augen prominenter Gäste wie den Sängerinnen Lana Del Rey und Janet Jackson eine Kollektion, die ein sehr hartes Frauenbild propagiert.

Gezeigt wurde sie im Rahmen der bis Dienstag laufenden Milano Moda Donna.

Die Versace-Punks tragen hautenge Lackhosen, Schlauchkleider oder knackig sitzende Kilts. Die Netz-Tops sind mit Pelzstreifen besetzt, die Kostüme mit wuchtigen Nieten. Dazu gibt es in greller Leoparden-Maserung gefärbte Pelz-Paletots. Der martialische Schmuck mit stacheligen Silbernägeln und Spikes lässt keinen Zweifel daran, dass man sich mit dieser Frau besser nicht anlegen sollte.

Donatella Versace selbst setzte ihre Kollektion in einen gesellschaftlichen Kontext: “Frauen werden immer noch benachteiligt und müssen viel Gewalt erleiden. Sie sind also gezwungen zu rebellieren und sich zu verteidigen”, wird sie in der Mailänder Tageszeitung ‘Corriere della Sera’ zitiert.

Gabriele Colangelo zählt zu den großen Nachwuchshoffnungen der italienischen Mode. Seine neue Kollektion besticht durch einen artifiziellen Ansatz. Persianer trifft auf PVC. Wolle läuft in Transparenz aus. Manche Flächen auf den langen Mänteln wirken wie kunstvoll zerstört.

Blumarine hingegen mischte einige auffällige Capes im Hahnentritt-Muster in die Kollektion, die sich auf wippende Miniröcke, wadenlange Seidenhosen und viele Strickelemente konzentrierte. Das Münchner Label Aigner wiederum brachte unter anderem Wollkleider mit Spitzendetails und mit Pelz ummantelte Taschen auf den Laufsteg

Am Samstag schließlich nahm sich das italienische Modehaus Ermanno Scervino Stoffe wie Flanell aus der Männermode und gab ihnen mit Stickereien aus silbernen Kristallen eine weibliche Note. Ein weiteres Schlüsselelement der Kollektion ist Pelz – ob als Kopftuch, voluminöser Schal oder Minirock. (dpa) 023

Foto: Marco Fattorusso