Sonntag, 03. März 2013, 13:07 Uhr

Die Jacksons am Dienstag in Deutschland - Das Interview

Nach mehr als 20 Jahren gehen Michael Jacksons Brüder wieder gemeinsam auf Tour. Die ehemaligen Mitglieder der Jackson Five präsentieren auf ihrem einzigen Deutschland-Konzert am Dienstag in München nur ihre alten Hits – und Erinnerungen an ihren berühmten Bruder.

“Niemand kann Michael ersetzen”, sagt Marlon Jackson (55), heute das jüngste Mitglieder der Band The Jacksons, im Interview der Nachrichtenagentur dpa. Er spricht auch über ein neues Album – und die Beziehung zu seinem Vater Joe.

Haben Sie es vermisst, auf der Bühne zu stehen?
Ja, das haben wir. Aber nach ein paar Wochen hat man sich schon wieder dran gewöhnt, der Alltag hält Einzug und es ist in erster Linie Arbeit – harte Arbeit.

The Jacksons In Concert

Warum haben Sie sich zu diesem Schritt entschieden?
Wir haben E-Mails von Fans auf der ganzen Welt bekommen, dass wir, die Brüder, wieder auf Tour gehen sollen – und da sind wir.

Sie singen Ihre alten Lieder – neue sind nicht dabei. Warum?
Wir wollen so viele Songs wie möglich bringen, von denen wir glauben, dass unsere Fans sie hören wollen. Unser Programm war ursprünglich anderthalb Stunden lang – und jetzt machen wir plötzlich zwei, weil die Fans so toll sind. Wir haben eine große Jackson-Party auf der Bühne.

Wie fühlt es sich an, diese Lieder nach so langer Zeit wieder auf der Bühne so präsentieren – vor allem ohne Michael?
Es fühlt sich toll an, die Lieder wieder zu singen – und es kommen viele Erinnerungen hoch. Natürlich vermissen wir Michael furchtbar – immer. Man kommt nie drüber weg, man lernt nur, damit umzugehen. Das einzige, was hilft, ist Zeit. Er gehört zu den Jackson Five und den Jacksons und wir werden darum auf der Bühne auch alte Aufnahmen mit ihm zeigen.

The Jacksons In Concert

Als Sie in den 1960er Jahren gestartet sind, war es Ihr Vater, der die Fäden in der Hand hielt und Sie zum Erfolg getrieben hat. Welche Rolle spielt er heute?
Ich würde nicht sagen, dass er uns getrieben hat. Er hat – nach Rücksprache mit seiner Frau, meiner Mutter – gemerkt, dass seine Söhne ein besonderes Talent haben. Er hat uns besser gemacht, hat unsere Ausrüstung und Instrumente gekauft und mit uns geübt – jeden Tag.

Sind Sie ihm dafür dankbar?
Ja, natürlich. Man hört das immer wieder, dass Leute sagen, sie seien in der Kindheit gedrängt worden, einen bestimmten Sport zu machen oder Klavierstunden zu nehmen. Immer wieder hört man diese Geschichten. Aber ich bin nicht wütend auf irgendjemanden. Ich habe es geliebt, auf der Bühne zu stehen.

Wie ist Ihre Beziehung heute? Was denkt er über Ihr Comeback?
Er und meine Mutter haben seit Jahren auf diesen Tag gewartet.

Michaels ältester Sohn Prince will auch eine Karriere im Showbiz starten. Gab es je Überlegungen, ihn mit auf die Bühne zu nehmen – vielleicht wieder als Jackson Five?
Nein, das wird nicht passieren. Es gibt die Jackson Five nur einmal – und zwar mit Michael. Niemand kann Michael ersetzen, niemand von außerhalb und auch niemand aus der Familie. Absolut niemand. Auch Tito, Jermaine, Jackie oder mich kann niemand ersetzen. Zwischen uns auf der Bühne gab es eine großartige Chemie – und zufällig waren wir dann auch noch Brüder. Darum waren die Jackson Five so einzigartig.

Haben Sie Pläne für ein neues Album?
Wir haben darüber gesprochen, werden sicher daran arbeiten – und dann hoffen, dass es allen gefällt.»

Warum haben Sie sich entschieden, Ihr einziges Deutschland-Konzert in München zu geben?
Da fragen Sie den Falschen. Unsere Agentur bucht alles. Ich stelle mich einfach auch die Bühne, gebe 2000 Prozent – und dann geht es weiter in die nächste Stadt.

In München gibt es ein inzwischen fast berühmtes Denkmal für Ihren Bruder Michael. Werden Sie das besuchen?
Wir sind so kurz in der Stadt, ich denke nicht, dass wir das schaffen.

Interview: Britta Schultejans, dpa (033) Fotos: WENN.com