Sonntag, 03. März 2013, 11:10 Uhr

Til Schweiger: "Wir Schauspieler neigen dazu, uns etwas zu wichtig zu nehmen"

Til Schweiger (49), Schauspieler und Filmproduzent, hat seine Bedeutung ins rechte Licht gerückt.

“Wir Schauspieler tendieren dazu, uns ein bisschen zu wichtig zu nehmen – wir denken, ein Film hängt ganz allein von uns ab”, sagte Schweiger der Zeitung ‘Bild am Sonntag’.

“Dabei ist ein Schauspieler nicht wichtiger als ein Beleuchter, ein Cutter oder ein Kameramann”. Viele Schauspieler seien unter anderem deshalb arbeitslos, weil immer weniger fiktionale Filme gedreht würden: “Mit dem Beruf Geld zu verdienen, ist schwer“, meinte Schweiger in der ‘BamS’.

Tatort

Til Schweiger findet aber auch, dass seine Leistungen in Deutschland nicht genügend Anerkennung finden. In der zu geringen Würdigung sieht der 49-jährige Schauspieler allerdings nicht nur sich selbst benachteiligt. Sein hartes Urteil: “Um hierzulande Anerkennung zu finden, muss man sterben oder zurücktreten.” In der ‘Bild am Sonntag’ erinnert sich der Neu-Kommissar der Krimi-Reihe ‘Tatort’: “Was gab es für grandiose Nachrufe auf Gottschalk, als der sagte, er hört auf. Die gleichen Leute, die jede einzelne ‘Wetten, dass…?’-Sendung in die Tonne getreten haben, nannten ihn plötzlich den ‘letzten großen Entertainer’. Ich werde auch sterben müssen”, resigniert der gebürtige Freiburger mit Wahlheimat Hamburg.

Tatort

Am kommenden Sonntag (10. März) ist Schweiger in seinem ersten ‘Tatort’ zu sehen. Und darum geht’s in ‘Willkommen in Hamburg’: Der geschiedene Polizist Nick Tschiller (Til Schweiger) hat bislang als verdeckter Ermittler beim LKA in Frankfurt und Mitglied eines SEK gearbeitet. Um sich intensiver um seine 15-jährige Tochter Lenny (Luna Schweiger) zu kümmern, zieht er zu dem pubertierenden Mädchen nach Hamburg, da sich seine Exfrau Isabella (Stefanie Stappenbeck) wieder stärker ihrer eigenen Karriere widmen will.

Während seines ersten Einsatzes für das Hamburger LKA stechen der eigenwillige Ermittler und sein Kollege Yalcin Gümer (Fahri Yardim) bei einer routinemäßigen Wohnungsüberprüfung in ein Wespennest. Die Wohnung entpuppt sich als Versteck für minderjährige Prostituierte, deren Zuhälter plötzlich vor der Tür stehen. Es kommt zu einer brutalen Schießerei, bei der drei Mitglieder des gefürchteten Astan-Clans getötet werden, mit dem die Hamburger Polizei offenbar eine Art Kiezfrieden geschlossen hat.

Der Neuankömmling gerät damit sofort ins Visier der eigenen Reihen. (dpa/KT/Bang) 031

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Fotos: NDR/Marion von der Mehden