Montag, 04. März 2013, 22:17 Uhr

John Grant: Sieht aus wie ein Wikinger und kommt mit himmlischem Elektroalbum

Der auf den Fotos arg grimmig dreinschauende US-Star John Grant (43) hat ein neues Album am Start.

Nachdem der Songwriter bereits mit Solodebüt “Queen of Denmark” große Erfolge feiern konnte (ganz unten eine Kostprobe), meldet sich der hierzulande eher unbekannte Musiker jetzt mit einer neuen, äußerst bemerkenswerten Platte und verändertem Sound zurück.

Und das wollen wir all jenen unter unseren Lesern gerne ans Herez legen, die auf ausgelatschte Pfade keinen Wert legen. Zeit den schwulen Herrn mit der hohen Stirn und dem schweren Vollbart, der wie ein Wikinger daherkommt, näher vorzustellen.

Mister Grant hat während seiner bisherigen Musikkarriere schon einige Stationen hinter sich gelassen. Begonnen hatte er seine musikalische Laufbahn als Sänger und Songwriter der aus Denver Folk-Band The Czars. Herausgekommen sind dabei insgesamt fünf Studioalben.

2004 trennte sich die Herren jedoch und der Sänger entschied sich erst einmal eine Pause in Sachen Musik einzulegen und bereiste die Welt. New York, London, Paris und Berlin – Grant hielt es nie lange an einem Ort. 2010 fand der US-Amerikaner dann zurück zur Musik. In Zusammenarbeit mit der Band Midlake entstand seine erste Solo-Platte “Queen of Denmark”, die vielfach ausgezeichnet wurde und sich auch in den Jahresbestenlisten weit oben platzieren konnte. Seitdem sind zwei Jahre vergangen.

Grant ist mittlerweile nach Island gezogen und auch musikalisch hat sich was getan. Während Grants Erstlingswerk noch deutlich von Folkklängen geprägt war, kommt Grants Faible für elektronische Musik auf seinem neuen Album “Pale Green Ghost” mehr zum Ausdruck denn je.

Mögen auf dem Vorgänger bereits schon hier und da einige elektronisch anmutetnde Klänge zwischen überwiegens akkustischen Songs durchgeschimmert haben, kehrt Grant das Verhältnis auf seinem neuen Werk um. Elektronische Sounds stehen hier ganz klar im Fokus.

Kein Wunder, wurden die Tracks doch von Musiker und Produzent Birgir Þórarinsson a.k.a. Biggi Veira von der weltberühmten isländischen Elektroband Gus Gus produziert, den John 2011 auf einem Soundwave-Festival kennengelernt hatte. Klar wird auch, dass der Songwriter offenbar jede Menge Spaß am Experimentieren hatte.

Die Bandbreite reicht dabei von trübsinnigen Balladen über einen Song mit Countryanleihen bis zu Dancenummern oder dem nach einem herrlich melancholischen Gassenhauer klingenden ‘I Hate This Town’.

Die Texte sind von eigenen Erfahrungen geprägt. 2011 wurde bei John Grant HIV diagnostisiert (“Ich stand unter Schock!”) und ein Freund von ihm nahm sich das Leben. Eine gewisse Schwermütigkeit und Nachdenklichkeit prägen seitdem das Bild von Grant.

Im Zusammenpiel mit Elektrobeats wird eine eine manchmal leicht düstere, aber stets locker schwebende Stimmung vermittelt. Doch auch wenn ‘Pale Green Ghosts” sicherlich keine ausgesprochene Gute-Laune-Platte ist, reißt sie den Zuhörer mit.

Anfang April wird Grant sein Album auch in Deutschland präsentieren. Wer sich also auch live vom Talent des Sonwirters überzeugen will, findet hier die Daten:

07.04.2013 Köln, Gloria
08.04.2013 Hamburg, Mojo Club
09.04.2013 Berlin, Babylon

(AH/Communicative)