Dienstag, 05. März 2013, 20:55 Uhr

Sofi de la Torres mit Titelsong aus "Rubinrot" und eigenem Album

Sofi de la Torres präsentiert mit “Faster” den Titelsong des am 14. März anlaufenden Kinofilms “Rubinrot”.

Aber was sich zunächst wie ein Zitat von Rihanna anhört, wie eine schlüpfrige Aufforderung zu besserem Sex, ist eigentlich das Zitat eines A&R Managers. Oder genauer gesagt: die Zusammenfassung aller “guten” Ratschläge, die Sofi de la Torre zu hören bekam, als sie letztes Jahr mit ihren ersten Songs in der Plattenindustrie zwar wohlwollendes Gehör fand, aber keinen Vertrag.

Eine sarkastische Abrechnung also mit all denjenigen, die irgendwie etwas anderes von dieser faszinierender 22-jährigen mit der rauchig-warmen Stimme aus Las Palmas wollten, offenbar aber selber nicht so genau wussten, was.

Sofi de la Torre wusste hingegen ziemlich genau, was sie für ein Album machen wollte und merkte ziemlich bald, dass sie das besser allein mit ihrem Manager durchziehen sollte.

Sie nahm ihren Verlagsvorschuss und fing an, durch Europa zu reisen, nach London, Stockholm, Berlin um Songs zusammen mit den Songwritern zu schreiben, mit denen der Vibe stimmte: Bei Pete Vettese (Annie Lennox, Dido), Marshall Altman (William Fitzsimmons, Natascha Bedingfield), Niclas Frisk (A Camp) stimmte er, und herausgekommen sind jede Menge Songs, von denen viele zwar langsamer, leiser und weicher sind, auf jeden Fall aber hundert mal besser als noch so eine schlechte Rihanna-Kopie.

Für den Sound des Albums, zeitgemäßer Pop mit klaren Country-Akzenten, die von jeher ein wichtiger Teil von Sofis musikalischer Inspiration sind, flog sie dann nach London, um zusammen mit dem jungen Produzenten James Earp und dem schon erwähnten Pete Vettese ein Album aufzunehmen, das für ein junges Mädchen wie sie überraschend reif ist.

Mit ihrer unverkennbaren, weichen Stimme erzählt Sofi hier ganz alltägliche Geschichten, aber auf eine Art, die den Hörer vom ersten Wort an anrührt und auf die Reise mitnimmt.

Neben dem schon erwähnten ironischen Hit (im Sinne vom Schlag) “Faster” findet man auf dem Album zum Beispiel einen Song wie “Mine”, die zarte Geschichte einer Liebe im Konditional, die sich zu einem über fünfminütigen Country Epos entwickelt. Oder “My Only”, noch eine nicht so glückliche und trotzdem unvermeidliche Liebesgeschichte, die mit dem lakonischen Statement endet: “I can’t be your only just because you’re lonely”.

Der Kern des Albums ist im klassischen Sinn „romantisch“, Liebesalltag, oft unglücklich – aber immer kurz bevor es in Kitsch umschlägt, fährt Sofi de la Torre punktgenau ihre Krallen aus. So in “I’ll Take the Flowers”, wo sie sich für die Blumen entscheidet und den Mann in die Binsen schickt.

Oder „Bury you“, den Sofi in ihrer gern leicht derben Ausdrucksweise als “a song with more balls“ beschreibt. Ein Track, der allen Mut machen sollte, die es in ihrem Leben mal mit einem „Shitface Lover” zu tun haben. Aber es gibt auch allgemeingültigere Songs über das Leben und die Liebe wie “Heartbeat” oder “Babel” mit denen Sofi ihr ganzes lyrisches Können unter Beweis stellt.

Neben Songwriting und Produktion besorgt Sofi de la Torre auch eigenverantwortlich das Artwork des Albums und dreht und schneidet selbst die meisten Videos dazu. Dieses sensible Mädchen mit dem markanten Gesicht von den Kanarischen Inseln, die manchmal mit ihrer gottgegebenen Balsamstimme ein bisschen wie ein waschechter Truckdriver spricht, hat entschieden, der Welt zu zeigen wie weit man gehen kann wenn man weiß, wo dieses „weit“ genau liegt.

Das Album ‘Mine’ erscheint am 15. März.