Mittwoch, 06. März 2013, 13:07 Uhr

Kraftklub wollen den Echo 2013 wegen Rechts-Rockband boykottieren

Die Chemnitzer Band ‘Kraftklub’, die für einen Echo in der Kategorie ‘Rock national/Alternative’ nominiert ist, möchte keinen Award mehr haben. Vorausgesetzt, dass die Hintergründe der gestern bekanntgegebene lange Liste der Nominees für 2013 jedem geläufig sind, verkündete die Band heute eine schlichte Botschaft auf ihrer Facebookseite.

Darin heißt es: “Wir haben unsere Plattenfirma gebeten, dafür zu sorgen, daß unsere Nominierung für den Echo in der Kategorie “Rock/Alternativ National” zurückgezogen wird. Wir möchten nicht weiter in einer solchen Reihe genannt werden.”

Pressefoto_Kraftklub_2011 - CMS Source

Kraftklub sind in der Kategorie neben den ‘Ärzten’, ‘Frei.Wild’, ‘MIA.’ und ‘Unheilig’ nominiert. Die Band fügte in ihrer Stellungnahme hinzu: “Obwohl wir uns gefreut haben zusammen mit Mia., Die Toten Hosen, Unheilig, und Die Ärzte nominiert gewesen zu sein. Schade um die schöne Aftershowparty…”

Das Management der Band hielt auf Anfrage von klatsch-tratsch.de die veröffentlichte Erklärung für völlig ausreichend.

Der Hintergrund der Absage dürften die anhaltenden Auseinandersetzung der Fan-Lager mit ‘Frei.Wild’ sein.

Kraftklub-Pressefoto 2011 - CMS Source

Die Südtiroler Band gilt quasi als Nachfolger der ‘Böhsen Onkelz’ und erfreute sich offenbar auch in der Neonazi-Szene zunehmender Beliebtheit. Die Band selbst distanzierte sich von Extremismus jeglicher Art. Im Zentrum der Angriffe steht besonders Frontmann Philipp Burger, der 2008 für kurze Zeit Mitglied der rechten Partei ‘Die Freiheitlichen’ war. Die Band gründete die Seite “die-macht-der-medien.de”, damit sie der “Flut an Falschunterstellungen und Ungereimtheiten endlich konkret entgegenwirken” könne.

Beim Echo 2012 hatten Kraftklub einen ihrer Songs zusammen mit Casper performt, der in seinem Part u.a. rappte: “Hättest Du mich auch geküsst, Dich einfach auf mich draufgestürzt – die Welt wäre vielleicht besser, Frei.Wild endlich aufgelöst. Immer noch für Nazis kein Go, bitte bitte Gott gib mir nochmal ein Album von Eins Zwo.”

UPDATE: Hier geht’s zum Statement des Bundesverbands der Musikindustrie.

Foto: Universal, Philipp Weiser, Tim Kloecker