Mittwoch, 06. März 2013, 11:51 Uhr

FBI-Akten enthüllen: Whitney Houston wurde mehrfach erpresst

Whitney Houston wurde zu Lebzeiten gleich von mehreren Menschen bedroht und erpresst. Das enthüllen FBI-Akten, die jetzt ein Jahr nach ihrem Tod veröffentlich wurden. Über einen Zeitraum von elf Jahren soll die Sängerin, die am 11. Februar 2012 starb mehrfach unter Druck gesetzt worden sein. Whitney wandte sich an die US-Behörden.

Die Aufzeichnungen umfassen ganze 128 Seiten, auf denen geschildert wird, was damals geschah. Vor allem besessene Fans machten Whitney das Leben schwer. Von 1988 bis 1999 war die Gefahr für die Sängerin offenbar so groß, dass in mindestens drei Fällen vom FBI ermittelt wurde.

Im Jahr 1992 drehte Houston gerade den Kinofilm ‘Bodyguard’. Darin spielt sie einen erfolgreichen Hollywoodstar, der um sein Leben fürchten muss, weil er von einem irren Stalker verfolgt wird. Eine Geschichte, wie Whitney sie offenbar zur selben Zeit auch im Privaten durchleben musste.

Laut FBI-Aufzeichnungen hatte eine Frau in einem Brief gedroht, pikante Details aus dem Privatleben der Sängerin der Öffentlichkeit preiszugeben. “Wenn ich nicht 100.000 Dollar bekomme, werde ich private Dinge an die Öffentlichkeit weitergeben”, schreibt dabei laut FBI-Akte eine namentlich nicht erwähnte Anwältin aus Chicago in einem Brief an Houstons Produktionsfirma in New Jersey. Nachdem ihre Forderungen nicht erfüllt werden, erhöht die Erpresserin die Summe auf 250.000 Dollar.

Whitney Houston gab an, dass die Frau eine “Freundin” sei, mit der sie “private Dinge” besprochen hatte. Ob tatsächlich ein Schweigegeld gezahlt worden ist, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Houstons Vater, John Russell Houston jr., soll sich damals angeblich mit der Erpresserin geeinigt haben. Die Ermittlungen werden eingestellt, nachdem die “Angelegenheit privat gelöst” wird.

Auch in zwei weiteren Fällen war das FBI aktiv geworden. So waren mehr als 70 Briefe eines “Kriegsveteran aus Vermont” überprüft worden. Darin beschreibt der offenbar besessene Fan seine Zuneigung zu der Sängerin. Handelte es sich hierbei anfangs noch um harmlose Liebesbekundungen, wurde der Ton rauer, als der Mann 1986 von der Hochzeit Whitneys erfuhr. “Ich bin so verzweifelt und wütend, dass ich an Dinge denke, die jemanden verletzen könnten”, schrieb er. Das FBI nahm das Schreiben ernst und verhörte der Mann. Doch auch dieser Fall wurde später eingestellt, weil der Ex-Soldat versicherte, dass er “der schönsten Frau, die er kenne, kein Leid zufügen” könne.

1999 schickte Whitney ein Mann aus Belgien oder den Niederlanden “zahltreiche Drohbriefe und Tonbandaufnahmen” zu. Wie aus den FBI-Unterlagen hervorgeht, bezeichnete sich dieser Stalker immer wieder als “Präsident von Europa”, der für “66 Milliarden Dollar Brasilien gekauft habe” und “am Sturz der südafrikanischen Regierung beteilit” war. Zudem behauptete, der offenbar geistig verwirrte Mann, er selbst habe einige Songs der Musikerin geschrieben. Nachdem das FBI auch ihn verhört und sogar mit einer Verhaftung gedroht hatte, unterließ er die Antacken auf Houston. (AH)

Foto: SonyMusic