Donnerstag, 07. März 2013, 19:45 Uhr

"Viele deutsche Stars sagen nicht die Wahrheit, wollen die Journaille gängeln"

Tom Junkersdorf (44), Chefredakteur der deutschen Ausgabe des Magazins ‘Closer’ Magazins plaudert aus dem Nähkästchen. Mit dem Branchendienst ‘kressreport’ sprach er jetzt über Veränderungen im deutschen Boulevard-Journalismus und die Macht der Medienanwälte gesprochen.

In dem Interview sagte Junkersdorf (Foto unten) u.a: “Starsein ist kein Schicksalsschlag. Das ist etwas, was man sich selbst aussucht.” Folglich müssten auch deutsche Promis damit klar kommen, wenn Magazine wie “Closer” das Bedürfnis nach Neuigkeiten aus dem Leben der Stars stillten. Gerade dann, wenn sie es selbst erst mit auf Pressekonferenzen oder Werbe-Auftritten bewusst platzierten Privatgeschichten geweckt hätten.

Seit einem Jahr berichtet die Zeitschrift “Closer” (Bauer Media Group) jede Woche über deutsche Stars und auch ihre Schicksalsschläge aus dem wahren Leben. Das Blatt verkauft durchschnittlich fast 152.000 Exemplare und reiht sich damit hinter die Wettbewerber ‘Bunte’, ‘Gala’ und den Schwestertitel ‘InTouch’ in die Schlange der erfolgreichen Print-Promi-Magazine ein.

Nicht allen Stars gefällt allerdings, was sie im ‘Closer’-Magazin über sich lesen müssen. Junkersdorf nimmt das gelassen: “Viele deutsche Stars sagen nicht die Wahrheit, wollen die Journaille gängeln, um noch mehr Geld zu verdienen.” Was ihn wirklich ärgert, “dass es den meisten Anwälten nicht um das Verteidigen von Pressefreiheit oder Privatsphäre geht. Vielen geht es ums Portemonnaie.”

Für Anwälte sei es ees inzwischen ein hoch lukratives Geschäft geworden, Zeitschriften zu verklagen. Das wollen er und seine Kollegen der Konkurrenz jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Junkersdorf sagte dazu: “Es gibt immer mehr Verabredungen unter Chefredakteuren, sich von Stars und von Medienanwälten nicht mehr vorführen zu lassen.”

Beispiel-Foto: Karin Uwe Annas/ Fotolia.com, Fotios: Closer