Samstag, 09. März 2013, 20:06 Uhr

Frei.Wild: Vorwürfe nach Echo-Ausschluss gegen Veranstalter

Gegen die Echo-Nominierung der umstrittenen Rockband Frei.Wild hatte es Proteste gegeben. Nach ihrem Ausschluss von der Echo-Nominierung hat die umstrittene Rockband Frei.Wild Vorwürfe gegen die Veranstalter erhoben. “Die Deutsche Phono-Akademie hat kein Rückgrat bewiesen und sich somit selbst disqualifiziert”, erklärte die Band aus Südtirol.

Gegen die Nominierung der Deutschrocker, denen Kritiker nähe zu rechtem Gedankengut vorwerfen, hatte es Proteste gegeben. Die ebenfalls nominierten Gruppen Kraftklub und MIA. hatten einen Boykott angekündigt, falls Frei.Wild auf der Nominierungsliste bleiben sollte.

Vor dem Ausschluss hätten weder die Phono-Akademie noch Kraftklub und MIA. das Gespräch gesucht, erklärte die Band. Dabei habe sich die Gruppe – und vor allem der Sänger Philipp Burger – eindeutig von jeder Form des politischen Extremismus distanziert. Burger habe sich vor 15 Jahren von seiner Vergangenheit als Skinhead gelöst und fordere bei Konzerten schon immer “Nazis raus”.

Gegenüber ‘Focus Online’ erklärte die Band in Bezug auf Kraftklub und MIA, die gegen die Nominierung von Frei.Wild in der gemeinsamen Kategorie protestiert hatten: “Beide Gruppen dürfte die Androhung leicht gefallen sein, denn sie hatten aufgrund der allgemein bekannten Verkaufszahlen von vornherein keine Chancen auf den Gewinn des Musikpreises in dieser Kategorie, da die weiterhin nominierten Gruppen Unheilig und Die Ärzte in dem relevanten Zeitraum deutlich erfolgreicher waren als Kraftklub und Mia”.

Die Deutsche Phono-Akademie, die zum Bundesverband Musikindustrie gehört, hatte den Ausschluss von Frei.Wild mit der heftigen Kontroverse um die Nominierung begründet. Die Debatte drohe, den gesamten Echo und damit auch alle anderen Künstler und Bands zu überschatten, hatte die Akademie erklärt. Der Echo wird am 21. März in Berlin verliehen. Die ARD überträgt live ab 20.15 Uhr.

Die Band um Sänger und Gitarrist Philipp Burger hatte in den letzten zwei Jahren ihren Durchbruch hierzulande geschafft und zogen zu ihren Konzerten bis zu 10.000 Besuchern. (dpa/KT) 033

Foto: Holger Fichtner